Baden-Württemberg testet intelligente Stromnetz-Integration für E-Lkw-Flotten bis 2026
Sebastian HoffmannBaden-Württemberg testet intelligente Stromnetz-Integration für E-Lkw-Flotten bis 2026
Neues Innovationsprojekt in Baden-Württemberg testet Integration großer E-Lkw-Flotten ins Stromnetz
In Baden-Württemberg läuft ein neues Innovationsprojekt, das untersucht, wie große Flotten von Elektro-Lkw reibungslos in das lokale Stromnetz eingebunden werden können. Die Netze BW hat dazu das Vorhaben „FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw“ gestartet, bei dem Logistikunternehmen, Schnellladestationen und netzreaktive Ladetechnologie in einer bis Dezember 2026 laufenden Erprobungsphase zusammengebracht werden.
Am Projekt beteiligen sich 20 Schnellladestationen für Nutzfahrzeuge und 40 Elektro-Lkw. Zwei Logistikpartner – Stickel Transport und Logistik Schmitt – nehmen an Praxis-Feldtests teil. Logistik Schmitt steuert die Ladevorgänge an mehreren Standorten und setzt rund 50 batteriebetriebene Lkw ein, während Stickel Transport sich auf netzreaktives Laden mit dynamischen Tarifen konzentriert und derzeit zehn E-Lkw einsetzt, weitere sollen im Sommer folgen.
Eine zentrale Rolle spielt das netzreaktive Laden, das Echtzeit-Netzdaten nutzt, um den Strombedarf anzupassen. Martin Konermann, technischer Geschäftsführer der Netze BW, erläuterte, dass dieser Ansatz vorübergehend verfügbare Netzkapazitäten nutzt, noch bevor der vollständige Ausbau abgeschlossen ist. Zudem werden im Projekt Wege erforscht, um Netzanschlüsse für hochleistungsfähige Ladeinfrastruktur zu beschleunigen.
Projektleiterin Kathrin Walz betonte, dass im Rahmen des Labors neue Methoden erprobt werden, um den Netzanschluss für E-Flotten zu beschleunigen. Beide Logistikunternehmen sehen in der Zusammenarbeit mit Netze BW einen Wettbewerbsvorteil, der ihnen künftig bessere Konditionen bei Netzbetreibern sichern könnte.
Das Projekt „FlexCharge BW“ läuft bis Ende 2026 und sammelt Daten darüber, wie E-Lkw-Flotten effizient innerhalb der bestehenden Netzkapazitäten betrieben werden können. Die Ergebnisse könnten künftige Richtlinien für die Netzintegration, Ladekonzepte und schnellere Netzanschlüsse von gewerblichen Elektrofahrzeugen prägen.






