Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Mila SimonBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb gegangen – allerdings mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Nach monatelangen Verzögerungen und steigenden Kosten hatten Pendler und Güterverkehrsunternehmen mit erheblichen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Gleich nach der Wiedereröffnung kam es zu Problemen mit Aufzügen und Zugausfällen, die den Fahrplan durcheinanderbrachten.
Die Strecke war bereits im August 2022 für umfangreiche Sanierungsarbeiten voll gesperrt worden. Ursprünglich sollte sie im Mai 2023 wiedereröffnet werden, doch harte Winterbedingungen sorgten für weitere Rückschläge. Anhaltender Frost im Januar und Februar ließ den Boden gefrieren, sodass die Bauarbeiten wochenlang komplett ruhen mussten.
Die Projektkosten stiegen auf rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als veranschlagt. Zudem wurde ein zusätzlicher Puffer von etwa 300 Millionen Euro vollständig aufgebraucht. Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten deutlich verlängerte.
Trotz der Wiederinbetriebnahme ist die Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung nötig sein wird. Der Ansatz umfangreicher „Generalsanierungen“ steht in der Kritik, da er zu langen Unterbrechungen und wiederholten Kostenexplosionen führt.
Die Strecke ist zwar nun wieder befahrbar, doch technische Probleme haben bereits zu kleineren Störungen geführt. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 2,7 Milliarden Euro – deutlich über dem ursprünglichen Budget. Eine weitere Sperrung für die Fertigstellung des ETCS-Systems wird voraussichtlich unvermeidbar sein.
