Berufserfahrung und Deutschkenntnisse boosten Jobchancen internationaler Studierender um 84 %
Mila SimonBerufserfahrung und Deutschkenntnisse boosten Jobchancen internationaler Studierender um 84 %
Internationale Studierende in Deutschland haben deutlich bessere Jobchancen, wenn sie Berufserfahrung vor Ort sammeln und Deutsch lernen. Eine aktuelle Studie zeigt: Wer Praktika absolviert, eine Unternehmenskooperation für die Abschlussarbeit nutzt oder einen fachnahen Nebenjob ausübt, steigert seine Beschäftigungschancen um bis zu 84 %. Gleichzeitig kämpft der deutsche Arbeitsmarkt mit einem wachsenden Fachkräftemangel – besonders in den MINT-Berufen.
Studierende, die etwa vier Jahre in Deutschland verbringen, bevor sie sich auf Stellensuche begeben, finden leichter eine Anstellung. Dieser Vorteil liegt an besseren Deutschkenntnissen und einem größeren beruflichen Netzwerk. Selbst wenn die Tätigkeit später auf Englisch ausgeübt wird, bleibt fließendes Deutsch ein entscheidender Faktor.
Wer seine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibt oder einen studienrelevanten Nebenjob annimmt, erhöht seine Jobchancen um 84 %. Dagegen verschlechtern fachfremde Minijobs die Aussichten um etwa 28 %. Allerdings haben nur 15 % der internationalen Studierenden verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan verankert.
Die Vorteile eines Studiums in Deutschland sind offensichtlich: Absolvent:innen deutscher Hochschulen finden dreimal häufiger eine Stelle als Zuwandernde, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Viele ändern auch ihre Pläne – 26 % derer, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt geplant hatten, entscheiden sich nach dem Berufseinstieg für einen langfristigen Verbleib. Insgesamt möchten internationale Studierende, die zum Studium kommen, 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben als andere Zuziehende.
Über die Hälfte von ihnen studiert MINT-Fächer und stellt damit eine wichtige potenzielle Fachkraftreserve dar. Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Expert:innen, und in den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie stark Berufserfahrung und Sprachkenntnisse den Berufserfolg internationaler Absolvent:innen in Deutschland prägen. Angesichts des schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials und der hohen Nachfrage nach MINT-Fachkräften sind diese Studierenden eine entscheidende Ressource. Ihre langfristige Bindung an den Standort könnte helfen, die wachsende Fachkräftelücke zu schließen.






