04 April 2026, 04:10

Brandenburg testet neue Apotheken-Notdienste – Entlastung oder Risiko für Patienten?

Ein Apothekenschild mit der Aufschrift "Die Generika-Apotheke" vor einem Gebäude mit umgebenen Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren Himmel.

Brandenburg testet neue Apotheken-Notdienste – Entlastung oder Risiko für Patienten?

Pilotprojekt in Brandenburg reformiert Apotheken-Notdienste

Ein neues Pilotprojekt in Brandenburg verändert die Organisation der Apotheken-Notdienste. Vom 1. März bis zum 31. Dezember 2023 soll die Reform die Belastung lokaler Apotheken verringern und gleichzeitig sicherstellen, dass Patienten weiterhin Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten haben. Während einige Apotheker die Neuerung begrüßen, gibt es Bedenken, dass längere Anfahrtswege für Notfallpatienten entstehen könnten.

Die Landesapothekerkammer Brandenburg (LAK) hat die Reform eingeführt, um die Arzneimittelversorgung zu stabilisieren und Personal effizienter einzusetzen. Kammerpräsident Jens Dobbert bezeichnete die Änderungen als "notwendige strukturelle Anpassung", um die Widerstandsfähigkeit der Apotheken zu stärken. Seit Anfang 2022 haben in der Region 47 Apotheken geschlossen – ein weiterer Grund für die dringend benötigten Reformen.

Weniger Notdienste, mehr Entlastung – aber längere Wege? Im neuen System finden die Notdienste seltener statt, was Peter Schmieder, Apotheker in Golzow, als "Erleichterung" empfindet. Er blickt "mit vorsichtigem Optimismus" auf die Änderungen, warnt jedoch, dass Patienten künftig weitere Strecken zur nächsten diensthabenden Apotheke zurücklegen müssten. Als Lösung schlägt er vor, Notdienste an Krankenhäusern anzubinden, um den Zugang für Bedürftige zu vereinfachen.

Finanzielle Aufwertung – doch reicht das? Die Reform sieht vor, die Vergütung für Notdienste fast zu verdoppeln. Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), bezeichnete die neuen Zahlungen sogar als "goldene Chance". Dennoch betont Schmieder, dass strengere Regulierungen für Versandapotheken langfristig mehr bringen würden, um lokale Apotheken zu schützen.

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Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2023, wobei die LAK die Auswirkungen auf Apotheken und Patienten genau beobachtet. Bei Erfolg könnten die reduzierte Diensthäufigkeit und die höhere Vergütung dauerhaft übernommen werden. Aktuell steht jedoch im Mittelpunkt, Effizienz und eine flächendeckende Versorgung in Brandenburg in Einklang zu bringen.

Quelle