18 April 2026, 22:09

Deutsche Industrie im Wandel: Warum einige Branchen boomen und andere kämpfen

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfosten, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Deutsche Industrie im Wandel: Warum einige Branchen boomen und andere kämpfen

Deutsche Industrie im Umbruch: Neue Studien zeigen tiefgreifende Strukturveränderungen

Die deutsche Industrie verändert sich rasant – das belegt eine aktuelle Forschungslage. Drei Studien des ifo Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung zeichnen das Bild eines grundlegenden Wandels: Während einige Branchen boomen, kämpfen andere – allen voran die Automobilindustrie – mit wachsenden Problemen.

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Die Ergebnisse zeigen ein gespaltenes Bild: Starke Zuwächse verzeichnen etwa die Pharmaindustrie und die Halbleiterbranche, während die Automobilhersteller weiterhin mit Rückschlägen zu kämpfen haben. Experten fordern, veraltete politische Rahmenbedingungen müssten dringend modernisiert werden, um Innovation und globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Laut den Studien stammen mittlerweile 76 Prozent der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe aus Branchen, deren Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Wachstumsstarke Produkte dominieren insbesondere in der Metallverarbeitung, der Chemieindustrie und im Maschinenbau. Selbst in traditionell stabilen Sektoren haben Unternehmen ihre Schwerpunkte auf zukunftsträchtige Segmente verlagert.

Doch die Automobilbranche hinkt hinterher. Die Exporte nach China sind um die Hälfte eingebrochen, und der Wettbewerbsdruck nimmt weiter zu. Anders als andere Industrien gelingt es den Autokonzernen nicht, ihr Portfolio auf wachstumsstarke Produkte umzustellen.

Die Forscher schlagen ein neues Modell vor: Produkte in Deutschland entwickeln, die Produktion jedoch ins Ausland verlagern. Gleichzeitig betonen sie die Notwendigkeit funktionsfähiger Kapitalmärkte, steuerlicher Anreize und flexiblerer Regulierungen. Oliver Falck vom ifo Institut blickt zwar optimistisch in die Zukunft, warnt jedoch, dass die Politik jetzt handeln müsse. Statt veraltete Strukturen zu schützen, gelte es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation und Anpassungsfähigkeit fördern.

Die Analysen verdeutlichen die wachsende Kluft in der deutschen Industrie: Während viele Unternehmen mit zukunftsorientierten Produkten erfolgreich sind, steckt die Autoindustrie weiterhin in der Krise. Das vorgeschlagene Modell – Entwicklung im Inland, Produktion im Ausland – könnte einen Ausweg bieten, setzt jedoch die richtigen politischen Weichenstellungen voraus.

Ohne Reformen bei Regulierung und Investitionen drohen einige Branchen in einem zunehmend härter umkämpften globalen Markt weiter abgehängt zu werden.

Quelle