Deutsches Projekt revolutioniert Graphit-Anoden für nachhaltigere Lithium-Batterien
Emil NeumannDeutsches Projekt revolutioniert Graphit-Anoden für nachhaltigere Lithium-Batterien
Deutsches Konsortium entwickelt nachhaltigere Graphit-Anoden für Lithium-Ionen-Batterien
Ein neues, von Deutschland angeführtes Projekt arbeitet daran, die Herstellung von Graphit-Anoden für Lithium-Ionen-Batterien umweltfreundlicher zu gestalten. Die Initiative mit dem Namen USE-G vereint Industrie- und akademische Partner, um sauberere Materialien und Verfahren zu entwickeln. Mit einem Budget von 1,7 Millionen Euro zielt das Vorhaben darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischen Graphitquellen zu verringern und Recyclingmethoden zu verbessern.
Im ersten Schritt wird das USE-G-Projekt separate Reinheits- und Leistungsstandards für natürliches und recyceltes Graphit definieren. Erst danach sollen beide Materialien zu einer einzigen Anode kombiniert werden. Derzeit dominiert China die globale Graphitproduktion – vom Abbau über die Verarbeitung bis hin zum Großteil des Marktes, insbesondere für Elektroauto-Batterien.
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena leitet die Bemühungen, Graphit mithilfe eines chlorbasierten Verfahrens bei hohen Temperaturen zu reinigen. Dr. Martin Oschatz verantwortet diese Forschung, die gefährliche Chemikalien ersetzen und den Energieverbrauch senken soll. Gleichzeitig gewinnt die H.C. Starck Tungsten GmbH Graphit aus der sogenannten "Black Mass" – den Rückständen aus dem Batterierecycling –, um es wieder in die Produktion einzuführen.
Die Rain Carbon Germany GmbH entwickelt nachhaltigere Kohlenstoffbeschichtungen für Graphit-Anoden, während Northern Graphite natürliches Graphit liefert und sich um Mahlung, Formgebung sowie Batterietests kümmert. Sämtliche Arbeiten finden an den deutschen Standorten der Partner statt, um einen vollständig europäisch kontrollierten Prozess zu gewährleisten.
Ziel ist es, ein Graphit-Anodenmaterial zu schaffen, das den Anforderungen von Zellen- und Batterieherstellern entspricht. Bei Erfolg könnte das Projekt Europa helfen, eine eigene Lieferkette für die Batterieproduktion aufzubauen. Die Ergebnisse könnten zu einer nachhaltigeren und regional gesteuerten Graphitversorgung für europäische Batterieproduzenten führen. Durch den Verzicht auf gefährliche Chemikalien und eine Reduzierung des Energieverbrauchs sollen die neuen Methoden einen saubereren Industriestandard setzen. Die Finanzierung in Höhe von 1,7 Millionen Euro stammt aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.






