DGB fordert Pflicht-Rente für alle Arbeitnehmer – wer profitiert wirklich?
Amelie HoffmannDGB fordert Pflicht-Rente für alle Arbeitnehmer – wer profitiert wirklich?
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer in Deutschland ein. Derzeit verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte über keine solche Absicherung – oft, weil ihre Arbeitgeber nicht an Tarifverträge gebunden sind. Der DGB argumentiert, dass Arbeitgeber die Verantwortung teilen und nicht die gesamte finanzielle Last allein tragen sollten.
DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi fordert ein System, in dem betriebliche Renten ergänzend wirken und zumindest teilweise von den Arbeitgebern finanziert werden. Sie verwies darauf, dass in vielen europäischen Ländern bereits Beiträge von 20 Prozent oder mehr vorgeschrieben seien, wobei Arbeitgeber häufig den größeren Anteil übernähmen. Die Gewerkschaft ist bereit, im Namen aller Beschäftigten zu verhandeln – auch für diejenigen, die außerhalb traditioneller Tarifstrukturen stehen.
Für Unternehmen ohne Tarifbindung schlägt der DGB vor, Arbeitnehmer unter vereinfachten Bedingungen in bestehende Rentensysteme einzubinden. Fahimi räumte ein, dass mit Widerstand zu rechnen sei, angesichts der aktuellen finanziellen und wirtschaftlichen Belastungen. Dennoch bestehe sie darauf, dass Gewerkschaften die Verhandlungen führen müssten, um faire Bedingungen zu sichern.
Der DGB plant, bis Ende des Monats detaillierte Vorschläge für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vorzulegen. Ziel ist es, die Versorgungslücke für Millionen Beschäftigte zu schließen, die derzeit ohne betriebliche Rentenabsicherung dastehen. Würde der Plan umgesetzt, erhielte eine Vielzahl von Arbeitnehmern erstmals Zugang zu betrieblichen Altersvorsorgemodellen. Arbeitgeber würden dann – wie in weiten Teilen Europas üblich – gemeinsam mit den Beschäftigten in die Rentenkassen einzahlen. Die konkreten Vorschläge des DGB sollen in den kommenden Wochen finalisiert und veröffentlicht werden.






