Dobrindt lehnt Warnungen vor AfD-Machtgriff ab – trotz Wahlängsten und Desinformationsvorwürfen
Sebastian HoffmannDobrindt lehnt Warnungen vor AfD-Machtgriff ab – trotz Wahlängsten und Desinformationsvorwürfen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) zurückgewiesen. Seine Äußerungen fallen kurz vor den entscheidenden Landtagswahlen im September, bei denen die Sorge über den potenziellen Einfluss der Partei gewachsen ist. Dobrindt nahm dabei auch Stellung zu Vorwürfen ausländischer Einmischung und gezielter Desinformationskampagnen im Vorfeld der Abstimmung.
Dobrindt lehnte Forderungen nach Vorsorgemaßnahmen ab, die der AfD im Falle eines Regierungsbeitritts den Zugang zu sensiblen Sicherheitsinformationen verwehren sollten. Solche Schritte seien unnötig, betonte er, und stellte infrage, ob es sinnvoll sei, „Untergangsszenarien“ über die Rolle der Partei zu entwerfen. Stattdessen unterstrich er die Notwendigkeit proaktiver politischer Lösungen, um Risiken zu begegnen.
Der Minister räumte ein, dass es weiterhin Desinformations- und koordinierte Einflusskampagnen in sozialen Medien gebe, auch von ausländischen Akteuren. Allerdings gebe es keine Belege für ernsthafte Versuche einer ausländischen Einmischung in die anstehenden Wahlen, so Dobrindt. Zudem sei vor der Abstimmung kein spürbarer Anstieg solcher Aktivitäten zu verzeichnen.
Seine Aussagen folgen auf Warnungen des Thüringer Innenministers Georg Maier, der nach einem Wahlversprechen der AfD in Sachsen-Anhalt vor einem möglichen „Putsch“ gewarnt hatte. Trotz dieser Befürchtungen betonte Dobrindt, dass noch ausreichend Zeit und Handlungsmöglichkeiten bis September bestünden.
Dobrindts Haltung steht im Kontrast zur wachsenden Besorgnis über den Aufstieg der AfD und ihre möglichen Auswirkungen auf die Landesregierung. Zwar spielte er akute Bedrohungen herunter, doch hob er die Bedeutung politischer Maßnahmen zur Bekämpfung von Desinformation hervor. Die Debatte über Sicherheitsrisiken und ausländischen Einfluss wird voraussichtlich bis zu den Wahlen anhalten.






