Düsseldorf verzichtet auf Milliarden-Oper und setzt auf Bonatz-Sanierung
Sebastian HoffmannDüsseldorf verzichtet auf Milliarden-Oper und setzt auf Bonatz-Sanierung
Düsseldorf hat die Pläne für ein milliardenteures Opernhaus des Architekturbüros Snøhetta aufgegeben. Stattdessen setzt die Stadt nun auf die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus. Unterdessen bewahrt Rostock sein historisches Volkstheater, während in der Nähe ein neues Theater entsteht.
In Düsseldorf wurde der kostspielige Entwurf von Snøhetta für eine neue Oper im November 2025 als nicht finanzierbar eingestuft. Die Stadt lehnte das Vorhaben ab und entschied sich für eine günstigere Lösung. Oberbürgermeister Stephan Keller kündigte an, das bestehende Opernhaus am Hofgarten aufzuwerten. Die geschätzten Kosten für die Sanierung des Bonatz-Gebäudes liegen zwischen 400 und 500 Millionen Euro. Als alternative, budgetfreundliche Lösung schlägt das Büro Raumbwerk einen Entwurf für den „Blau-Grünen Ring“ vor.
Das Rostocker Volkstheater blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1943 erbaut, entwickelte es sich später zu einem markanten Beispiel der modernistischen Architektur der DDR. Hier feierte 1965 Peter Weiss’ Marat/Sade seine Weltpremiere. Kürzlich stellte das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin große Teile des Gebäudes unter Schutz. Trotz früherer CDU-Pläne, das Haus für Wohnungen abzureißen, läuft inzwischen der Bau eines neuen Theaters nach Entwürfen des Berliner Büros Hascher Jehle Architektur.
Während Düsseldorf auf die Aufwertung seiner bestehenden Oper setzt, bleibt Rostocks Volkstheater erhalten – mit einem neuen Theater im Entstehen. Beide Städte zeigen damit, wie sie den Spagat zwischen Denkmalschutz und modernen Anforderungen meistern.






