Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern dringend mehr Geld und weniger Bürokratie
Amelie HoffmannEntwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern dringend mehr Geld und weniger Bürokratie
Ein neuer Bericht von Welthungerhilfe und Terre des Hommes wirft ernste Bedenken hinsichtlich des schrumpfenden Haushalts für deutsche Entwicklungspolitik auf. Die Organisationen warnen, dass Hilfe weiterhin bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse, um wirksam zu sein. Ihre Erkenntnisse präsentierten sie am Mittwoch im Rahmen der jährlichen Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik.
Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes führten die Vorstellung des Berichts an. Sie wiesen darauf hin, dass die Entwicklungspolitik durch globale Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels zunehmend unter Druck gerate.
Der Bericht fordert eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) drängen die Bundesregierung, den Haushalt von derzeit einer Milliarde Euro auf 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 zu erhöhen. Zudem betonen sie, dass Prävention – und nicht nur akute Nothilfe – angemessen finanziert werden müsse.
Beide Organisationen begrüßen die geplante Reform der Entwicklungspolitik. Allerdings kritisieren sie, dass den aktuellen Vorschlägen eine klare Strategie fehle. Sie bestehen darauf, dass Partnerländer und lokale Zivilgesellschaft verbindlich in die Gestaltung der Veränderungen einbezogen werden müssen.
Joshua Hofert warnte davor, die Reform zu einem rein berlinzentrierten Verwaltungsprojekt werden zu lassen. Mathias Mogge ergänzte, dass die Verbesserung der Hilfsqualität – und nicht nur die Erhöhung der Mittel – weniger Bürokratie und eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren erfordere. Der Bericht stellt zudem fest, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann gelingen könne, wenn sie sich an den Bedürfnissen vor Ort orientiere und deutsche Interessen mit denen der Partnerländer in Einklang bringe.
Seit 2022 hat die Bundesregierung den Haushalt für Entwicklungskooperation bereits um ein Drittel gekürzt. Weitere Kürzungen sind im Haushalt 2027 zu erwarten, was Sorgen um die Zukunft der deutschen Entwicklungshilfe schürt.
Die Forderungen der NGOs sind klar: mehr Geld für humanitäre Hilfe, ein stärkerer Fokus auf Prävention und ein Reformprozess, der lokale Stimmen einbezieht. Zudem fordern sie einen Abbau von Bürokratie, um die Qualität der Unterstützung zu verbessern. Ohne diese Schritte, so ihre Warnung, drohe die deutsche Entwicklungspolitik an Wirksamkeit zu verlieren.
