Experten warnen: Abwanderung syrischer Arbeitskräfte gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Amelie HoffmannExperten warnen: Abwanderung syrischer Arbeitskräfte gefährdet Deutschlands Wirtschaftswachstum
Deutschland könnte vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, wenn eine große Zahl syrischer Bewohner das Land verlässt. Experten warnen, dass ihr Weggang die Arbeitskräfte schwächen und das Wachstum bremsen würde. Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose, wonach 80 Prozent der Syrer innerhalb von drei Jahren zurückkehren werden, wird von führenden Forschungsinstituten infrage gestellt.
Laut Ausländerzentralregister lebten 2026 rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland. Über 700.000 von ihnen waren während des syrischen Bürgerkriegs als Geflüchtete ins Land gekommen. Die Zahlen waren bereits bis August 2025 auf etwa 950.000 gestiegen – ein Anstieg gegenüber rund 367.000 Ende 2015.
Viele Syrer haben sich inzwischen in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. Ihr Fortgang würde spürbare wirtschaftliche Lücken hinterlassen. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betonte, dass die jüngere Zuwanderung dazu beigetragen habe, die Alterung der deutschen Bevölkerung abzufedern. Ein massenhafter Wegzug von Syrern würde nun die Produktionskapazität des Landes verringern.
Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ergänzte, dass selbst eine teilweise Rückkehr der Syrer die demografischen Belastungen verschärfen würde. Da Deutschlands Wachstumspotenzial ohnehin stagniert, könnte der Verlust von Erwerbstätigen das Problem weiter vertiefen.
Forschende argumentieren, dass ein deutlicher Rückgang der in Deutschland lebenden Syrer der Wirtschaft schaden würde. Die Erwerbsbevölkerung würde schrumpfen, und das langfristige Wachstum könnte leiden. Kanzler Merz' Behauptung, 80 Prozent der Syrer würden zurückkehren, stößt bei Wirtschaftsexperten mittlerweile auf Skepsis.






