Geisterhafte Militäranlage Ostervilm für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen
Mila SimonGeisterhafte Militäranlage Ostervilm für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen
Verlassene Militäranlage Ostervilm für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene Militäranlage mit dem Namen Ostervilm ist bei einer Auktion für 60.000 Euro den Besitzer gewechselt. Das ungewöhnliche Objekt liegt in der Greifswalder Bodden-Lagune, unweit der Insel Vilm. Ezt ein Sperrgebiet der Marine, bietet die Immobilie ihrem neuen Eigentümer heute kaum praktischen Nutzen.
Ostervilm wurde am 4. Juni mit einem Startgebot von 39.000 Euro angeboten. Trotz rechtlicher und logistischer Herausforderungen stieg der Endpreis auf 60.000 Euro. Die Anlage steht auf 600 Holzpfählen und besteht aus einem Betonrahmen, der mit Eisenplatten und Holzverkleidungen versehen ist.
Ursprünglich diente das Gebäude als Entmagnetisierungsstation für Kriegsschiffrümpfe. Vergleichbare Einrichtungen werden von der Deutschen Marine noch heute in Kiel und Wilhelmshaven genutzt. Nach dem Ende seiner militärischen Nutzung verfiel Ostervilm in der exponierten Küstenlage zusehends.
Die Anlage liegt in der Nähe von Vilm, einem Naturschutzgebiet, in dem einst der Ministerrat der DDR seine Ferien verbrachte. Ostervilm selbst befindet sich jedoch in einer „äußeren Zone“ – eine Einstufung, die unklar lässt, wer für das Gelände zuständig ist. Da keine einzelne Behörde die Aufsicht hat, sind bauliche Veränderungen so gut wie ausgeschlossen.
Für jede Baugenehmigung wäre ein Bebauungsplan erforderlich, doch Beamte halten dies für unwahrscheinlich. Der neue Eigentümer sieht sich zudem mit einem weiteren Problem konfrontiert: Es gibt weder einen rechtlichen Zugang noch eine Infrastruktur, um das Gelände zu nutzen. Käufer wurden im Voraus über die extrem eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten informiert.
Mit dem Verkauf von Ostervilm wechselt eine Immobilie den Besitzer, deren Zukunft alles andere als klar ist. Ohne Genehmigungen, Zugang oder verantwortliche Aufsicht bleibt das Gebäude ein Relikt seiner militärischen Vergangenheit. Vorerst steht die Beton- und Eisenhülle weiterhin leer in der Lagune.






