Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Sebastian HoffmannGericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen und dem Magazin untersagt, zentrale Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil verbietet zudem die Zitierung einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Verteidiger geschickt hatte, mit Verweis auf den Schutz der Privatsphäre.
Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit gegen Ulmen wegen separater Vorwürfe der häuslichen Gewalt. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es keine ausreichenden Beweise für die Behauptung gebe, er habe mit KI erzeugte Fake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet. Der Spiegel bleibt jedoch frei, über ihre Anschuldigungen wegen körperlicher Misshandlung durch Ulmen zu berichten.
Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann argumentierte, die ursprüngliche Berichterstattung von Der Spiegel habe zu einer überzogenen Medienberichterstattung und einer undifferenzierten öffentlichen Debatte geführt. Unterdessen mehren sich unter Politikern die Forderungen nach strengeren Regulierungen zum Missbrauch von KI. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang gehören zu den Befürwortern verschärfter Gesetze. Konservative Abgeordnete, darunter Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), setzen sich für eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet ein.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, das Strafrecht zu verschärfen, um nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu bekämpfen.
Die Gerichtsentscheidung beschränkt Der Spiegel zwar bei der Veröffentlichung bestimmter Behauptungen, erlaubt aber die Berichterstattung über Fernandes’ Misshandlungsvorwürfe. Der Fall hat politische Diskussionen über die Bekämpfung von KI-Missbrauch und den Schutz vor digitalen Schädigungen angestoßen. Abgeordnete prüfen nun neue gesetzliche Maßnahmen, um diese Probleme anzugehen.






