Giffey besucht Berliner Apotheke: Kampf ums Überleben der Branche
Sebastian HoffmannGiffey besucht Berliner Apotheke: Kampf ums Überleben der Branche
Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft und ehemalige regierende Bürgermeisterin, besuchte diese Woche eine lokale Apotheke, um über die wachsenden finanziellen Belastungen in der Branche zu sprechen. In der Alten Kloster-Apotheke in Rudow traf sie sich mit der Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn, um aus erster Hand von den Herausforderungen zu hören, vor denen Apotheken in ganz Deutschland stehen.
Das etwa einstündige Gespräch konzentrierte sich auf die sich verschärfende wirtschaftliche Lage der Apotheken. Seit dem Koalitionsvertrag von 2021 sind Verhandlungen über eine Neuordnung der Vergütung ins Stocken geraten, sodass viele Betriebe mit schrumpfenden Margen und steigenden Kosten kämpfen. Laurisch-Nehrkorn verwies auf die längst überfälligen Gebührenanpassungen, die im Vertrag zugesagt wurden, sowie auf die von Berlin geplante Ausbildungsabgabe, die die finanzielle Belastung weiter verschärfen würde.
Ein weiteres zentrales Thema war die zunehmende Direktverteilung hochpreisiger Medikamente – ein Trend, der die traditionellen Einnahmen der Apotheken bedroht. Laurisch-Nehrkorn forderte zudem stärkere Verhandlungsrechte für Apotheker:innen und kritisierte Pläne, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) auszuweiten. Im Nachgang betonte sie, Giffey habe aufmerksam zugehört und zugesagt, die Anliegen mit Berlins Gesundheitssenatorin zu erörtern.
Giffey bedankte sich bei Laurisch-Nehrkorn für den Austausch und unterstrich die unverzichtbare Rolle der Apotheken in der lokalen Gesundheitsversorgung. Der Besuch erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem viele Apotheken in Deutschland bis 2026 mit Schließungen rechnen müssen, sollten sich die finanziellen Rahmenbedingungen nicht verbessern.
Das Treffen machte die Dringlichkeit einer Apothekenreform in Deutschland deutlich. Angesichts stagnierender Gewinne und steigender Betriebskosten kämpfen viele Betriebe ums Überleben. Giffeys Besuch zeigt, dass die Politik das Problem erkannt hat – konkrete Lösungen stehen jedoch noch aus.






