20 March 2026, 18:08

Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Sexismus-Vorwürfe belasten Koalitionsgespräche

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Tinte, Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal", das Wort "Diskussion" leicht zerknittert.

Skandal-Nachricht vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Sexismus-Vorwürfe belasten Koalitionsgespräche

In Baden-Württemberg sind die Spannungen zwischen den Grünen und der CDU eskaliert, nachdem ein umstrittenes Social-Media-Posting die Debatte über Sexismus neu entfacht hat. Die grüne Landtagsabgeordnete Simone Fischer entschuldigte sich öffentlich bei CDU-Landeschef Manuel Hagel, weil sie einen Beitrag geteilt hatte, der ihn kurz vor der Landtagswahl verspottete. Der Vorfall hat die ersten Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Koalitionsregierung überschattet.

Der Streit begann, als die grüne Abgeordnete Zoe Mayer ein acht Jahre altes Video von Hagel erneut veröffentlichte, in dem er bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin macht. Der Ausschnitt, der als "Roe-Blick"-Video bekannt wurde, tauchte zwei Wochen vor der Wahl am 8. März wieder auf und löste Vorwürfe einer gezielten Schmierenkampagne aus. Die CDU verurteilte den Schritt als "schmutzige Kampagne", die das Vertrauen zwischen den Parteien beschädigt habe.

Fischer heizte die Kontroverse weiter an, indem sie ein Foto von Hagel mit der Schlagzeile "Offizielle Verwarnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder" teilte. Mittlerweile hat sie sich entschuldigt und eingeräumt, dass der Beitrag unangemessen war. Ihre Entschuldigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Parteien sich auf erste Koalitionsgespräche vorbereiten – die Grünen hatten der CDU offiziell eine Einladung dazu ausgesprochen.

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Die Wahl selbst endete mit einem seltenen Patt: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Beide Parteien stellen nun jeweils 56 Abgeordnete im Landtag, was sie zwingt, über eine Fortsetzung ihrer seit 2016 regierenden Koalition nachzudenken.

Neben dem Social-Media-Streit steht den Verhandlungen ein weiteres Hindernis im Weg: Die CDU pocht auf ein Rotationsprinzip für das Amt des Ministerpräsidenten und lehnt damit den grünen Wunsch ab, Cem Özdemir dauerhaft in dieser Position zu sehen. Mit dieser Forderung versucht die CDU, ihr fast gleich starkes Wahlergebnis in mehr politischen Einfluss umzumünzen.

Nun müssen die Grünen und die CDU sowohl politische als auch persönliche Spannungen überwinden, um eine stabile Regierung zu bilden. Fischers Entschuldigung könnte zwar die Wogen etwas glätten, doch die CDU-Forderung nach einer geteilten Führungsspitze könnte die Gespräche erschweren. Da beide Parteien über gleich viele Sitze im Landtag verfügen, kann sich keine Seite leisten, die Verhandlungen platzen zu lassen.

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