Güterbahn-Chaos: GSM-R-Ausfall legt Lieferketten lahm und entlarvt Systemversagen
Emil NeumannGüterbahn-Chaos: GSM-R-Ausfall legt Lieferketten lahm und entlarvt Systemversagen
Deutsche Güterbahnunternehmen kämpfen mit anhaltenden Störungen durch marode Infrastruktur und operatives Chaos. Ein landesweiter Ausfall des GSM-R-Bahnfunks hat die Lage weiter verschärft und belastet Lieferketten sowie überlastete Mitarbeiter.
Die jüngste Krise begann mit einem kompletten Zusammenbruch des GSM-R-Funknetzes, wodurch Züge nicht mehr sicher kommunizieren konnten – der Betrieb kam tagelang zum Erliegen. Branchenvertreter kritisierten, dass es keine wirksamen Notfallpläne für einen solchen Ausfall gab.
An Christi Himmelfahrt zeigten sich bei mehrtägigen Störungen weitere Schwachstellen: Fahrplanbüros und Leitstellen konnten die Folgen kaum bewältigen, was das Chaos verschärfte. Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), übt öffentlich scharfe Kritik an DB InfraGO und dessen Rolle in der anhaltenden Betriebskrise.
Als Reaktion fordert der Verband mehr staatliche Kontrolle. Die Bundesregierung soll die Aufsicht über DB InfraGO verstärken und die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi) vorantreiben. Zudem drängt der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags, die aktuelle Instabilität zu thematisieren und sofortige Maßnahmen zur Wiederherstellung der Zuverlässigkeit einzuleiten.
Die wirtschaftlichen Folgen für die Güterverkehrsunternehmen sind noch unklar. Der Verband betont, dass entschlossenes Handeln nötig sei, um weitere Schäden zu verhindern. Ohne verbesserte Aufsicht und Infrastrukturmanagement bleiben die Risiken für Lieferketten und Beschäftigte bestehen.
