Heizungsgesetz: Grünen-Politikerin Badum nennt Entwurf ein "Chaos-Gesetz"
Emil NeumannHeizungsgesetz: Grünen-Politikerin Badum nennt Entwurf ein "Chaos-Gesetz"
Der Entwurf des Bundesregierung für ein neues Heizungsgesetz steht in scharfer Kritik – vor allem von der klimapolitischen Sprecherin der Grünen, Lisa Badum. Sie bezeichnete den Gesetzentwurf als „Chaos-Gesetz“, dem es an einer klaren Strategie fehle, um ausreichend grünes Gas für die gesteckten Ziele zu beschaffen.
Der Plan sieht vor, dass Heizungsbrennstoffe bis 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Quellen enthalten müssen, bis 2040 soll dieser Anteil auf 60 Prozent steigen. Doch Experten und Branchenverbände zweifeln daran, ob ausreichend Biomethan verfügbar sein wird. Der vom Kabinett gebilligte Entwurf setzt ehrgeizige Biokraftstoff-Quoten fest: 15 Prozent bis 2030, 30 Prozent bis 2035 und 60 Prozent bis 2040. Auf eine parlamentarische Anfrage hin räumte die Regierung jedoch ein, dass sie weder den künftigen Bedarf noch das Angebot verlässlich abschätzen könne.
Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen, brandmarkte die Politik als „Biogas-Treppe ins Nichts“. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland warf sie der Regierung vor, keine konkreten Pläne vorzulegen, wie das benötigte Biomethan beschafft werden solle. Diese Brennstoffe, so Badum, seien bereits für andere Sektoren verplant.
Zudem warnte sie, das Gesetz werde Mieter mit hohen Kosten belasten, während gleichzeitig die Erdgaslobby profitiere. Den Entwurf nannte sie schlecht ausgearbeitet und ohne glaubwürdigen Umsetzungsplan.
Auch die Branchenverbände BDEW und VKU teilten diese Bedenken. Beide forderten die Regierung auf, das tatsächliche Biomassepotenzial offenzulegen und darzulegen, wie die Versorgung ausgeweitet werden solle, um die vorgesehenen Quoten zu erfüllen.
Ziel des Heizungsgesetzes ist es, den Anteil klimafreundlicher Heizungsbrennstoffe in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich zu erhöhen. Doch ohne einen klaren Fahrplan für die Beschaffung von Biomethan bleibt seine Umsetzbarkeit fraglich. Wirtschaftsführer und Oppositionspolitiker fordern weiterhin Antworten zu Versorgungssicherheit und Kostenfolgen.






