ifo-Chef Fuest warnt vor deutscher Stagnation und fordert Reformen jetzt
Mila Simonifo-Chef Fuest warnt vor deutscher Stagnation und fordert Reformen jetzt
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat gewarnt, dass die deutsche Wirtschaft nach sieben Jahren Stagnation auf dem Niveau von 2019 feststeckt. Er forderte die Regierung auf, dringend notwendige Reformen umgehend umzusetzen, und bezeichnete diesen Sommer als „letzte Chance“ für Handlungsfähigkeit, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Fuest kritisierte die Wachstumsstrategie von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf: Ein Jahr nach Amtsantritt seien die versprochenen Fortschritte ausgeblieben. Zudem wies er einen jüngsten Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex als trügerisch zurück – dieser spiegle keine echte wirtschaftliche Besserung wider.
Er zog Parallelen zwischen den deutschen Problemen und Italiens jahrelanger Stagnation und warnte, das Land drohe ein ähnliches Schicksal, falls die Reformen weiter aufgeschoben würden. Besonders besorgniserregend seien die öffentlichen Finanzen, die sich aufgrund unhaltbarer Ausgaben auf einem „Kollisionskurs“ befänden.
Zur Industrie äußerte sich Fuest besorgt über mögliche Pläne von Volkswagen, in Deutschland elektrisch betriebene Autos nach chinesischen Vorgaben zu produzieren. Seine nüchterne Reaktion – „Vielleicht sollten wir schon froh sein, wenn überhaupt noch Produktion in Deutschland bleibt“ – unterstrich die Ängste vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung. Zudem bezog er sich auf eine Studie des Centre for European Reform, die Deutschland als „Epizentrum des zweiten China-Schocks“ bezeichnet, während der globale Wettbewerb an Schärfe gewinnt.
Fuests Warnungen zeichnen ein düsteres Bild der deutschen Wirtschaftsperspektiven: Ohne rasche Reformen drohen anhaltende Stagnation, wachsende Haushaltsbelastungen und ein weiterer industrieller Niedergang. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik die Wende noch schaffen kann.






