25 March 2026, 04:08

Klinik verschreibt Medikament für toten Patienten – und muss zahlen

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler sparen werden, da Medicare niedrigere Arzneimittelpreise verhandeln kann" mit einem Logo.

Klinik verschreibt Medikament für toten Patienten – und muss zahlen

Bayerische Krebsklinik muss 489,52 Euro zurückzahlen – Rezept für verstorbenen Patienten ausgestellt

Ein Krebszentrum in Bayern wurde zur Rückerstattung von 489,52 Euro verurteilt, nachdem es ein Medikament für einen bereits verstorbenen Patienten verschrieben hatte. Das Sozialgericht München erklärte das Rezept für ungültig und wies auf Mängel im Praxismanagement hin. Betroffen war das Präparat Pamorelin, das zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt wird.

Der Vorfall begann, als die Klinik das Rezept für Pamorelin ausstellte – ohne zu wissen, dass der Patient bereits 17 Tage zuvor verstorben war. Eine Apotheke belieferte das Rezept, woraufhin die Krankenkasse Ermittlungen einleitete. Später forderte sie die Erstattung der Medikamentenkosten.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass eine bessere Praxisorganisation den Fehler hätte verhindern können. Zudem stellte es klar, dass Vertragsärzte nach aktuellem Recht keine Leistungen – einschließlich ärztlicher Berichte – mehr abrechnen dürfen, sobald ein Patient verstorben ist. Zwar räumte das Urteil finanzielle Risiken für Onkologen ein, betonte jedoch die Notwendigkeit strengerer Kontrollen.

Bestehende Vorschriften verlangen von Ärzten, einen Todesfall zu bestätigen und postmortale Verfahren einzuleiten. Doch Systeme für schnellere Meldungen gibt es bisher nicht. Das Gericht diskutierte zwar keine konkreten Reformen, verwies aber auf das Potenzial der elektronischen Patientenakte (ePA), um künftig die Kommunikation zu verbessern.

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Die Klinik muss nun die vollen Medikamentenkosten zurückerstatten. Der Fall unterstreicht, wie wichtig es ist, den Status eines Patienten vor der Rezeptausstellung zu prüfen. Unmittelbare Änderungen bei den Meldesystemen wurden bisher nicht angekündigt.

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