Knauf will 50 Jahre lang Gips unter Würzburg abbauen – doch das Trinkwasser ist in Gefahr
Sebastian HoffmannKnauf will 50 Jahre lang Gips unter Würzburg abbauen – doch das Trinkwasser ist in Gefahr
Knauf plant 50 Jahre unterirdischen Gipsabbau bei Würzburg
Der Baustoffkonzern Knauf hat ein Projekt für den unterirdischen Gipsabbau nahe Würzburg vorgeschlagen, das über einen Zeitraum von 50 Jahren laufen soll. Geplant ist die Förderung von einer Million Tonnen pro Jahr – vorbehaltlich strenger Auflagen durch die Regierung von Unterfranken.
Laut der Bewertung der unterfränkischen Behörden birgt der Abbau keine unkontrollierbaren Risiken, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Dazu gehört die sofortige Einstellung der Förderung bei einem Absinken des Grundwasserspiegels, da das Gebiet für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden von zentraler Bedeutung ist.
Im Rahmen eines raumordnerischen Prüfverfahrens wurden 79 Behörden einbezogen und rund 4.300 öffentliche Einwendungen geprüft. Trotz umfassender Prüfungen bleibt ein Restrisiko bestehen, das jedoch als beherrschbar eingestuft wird.
Knauf begrüßte die Einschätzung der Behörden und betonte, ein verlässlicher Partner für die Region sein zu wollen. Die Grünen kritisierten hingegen die Risikobewertung und warfen vor, die Gefährdung des Trinkwassers werde verharmlost. Eine Online-Petition gegen das Vorhaben hat bereits über 5.600 Unterschriften gesammelt.
Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung liegt nun beim Bergamt Nordbayern, das bis Ende des Jahres einen Bescheid erlassen soll. Über das Schicksal des Projekts entscheidet damit das Bergamt. Bei einer Genehmigung müsste Knauf strenge Auflagen zum Grundwasserschutz einhalten. Die Öffentlichkeit und lokale Behörden werden die weiteren Entwicklungen genau verfolgen.
