Köln und Düsseldorf fordern legale Drogenabgabe in kontrollierten Zentren
Sebastian HoffmannKöln und Düsseldorf fordern legale Drogenabgabe in kontrollierten Zentren
Die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf setzen sich für die Legalisierung des kleinteiligen Handels mit harten Drogen in ihren Städten ein. Torsten Burmester und Stephan Keller wollen damit das wachsende Problem des Drogenkonsums im öffentlichen Raum angehen. Ihr Vorstoß zielt darauf ab, die Belastung in Gebieten wie dem Kölner Neumarkt zu verringern, wo Suchtkranke und Anwohner täglich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert sind.
Der Kölner Neumarkt habe sich zu einem zentralen Treffpunkt für Drogenabhängige entwickelt, so Burmester. Er beschrieb das Leid der Konsumenten sowie die Not der Anwohner und Geschäftsleute als erdrückend. In benachbarten Großstädten wie Hamburg, Berlin und Frankfurt habe meanwhile Crack Heroin als meistkonsumierte illegale Substanz abgelöst.
Burmester und Keller haben sich in einem Schreiben an den nordrhein-westfälischen Justizminister Benjamin Limbach gewandt und eine rechtliche Prüfung ihres Vorhabens beantragt. Ihr Plan sieht vor, den Mikrohandel mit harten Drogen in medizinisch überwachten Einrichtungen zu erlauben. In diesen Zentren sollten schwerstabhängige Nutzer kleine Mengen unter kontrollierten Bedingungen kaufen und verkaufen dürfen.
Keller ist überzeugt, dass solche Räume die Kriminalität im Zusammenhang mit aggressivem Betteln, Diebstahl und Prostitution verringern könnten. Beide Oberbürgermeister wollen zudem sicherstellen, dass das Personal in diesen Einrichtungen klare, rechtlich abgesicherte Handlungsanweisungen erhält. Ziel ist es, den Druck auf öffentliche Plätze zu mindern und gleichzeitig den Bedürfnissen der Abhängigen gerecht zu werden.
Die Oberbürgermeister hoffen, dass ihr Vorschlag die Kriminalität senkt und die Lebensbedingungen in den betroffenen Vierteln verbessert. Mitarbeiter in Drogenhilfeeinrichtungen sollen definierte Regeln erhalten, um rechtssicher agieren zu können. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt dar, wie Städte künftig mit dem Konsum harter Drogen umgehen könnten.






