Mainz wird grün: Wie die Stadt mit Farbe gegen Betonwüsten kämpft
Sebastian HoffmannMainz wird grün: Wie die Stadt mit Farbe gegen Betonwüsten kämpft
Mainz startet kühnen Plan: Die Stadt wird grün – im wahrsten Sinne des Wortes
Statt Beton zu entfernen, setzt die Stadt nun auf eine radikale Lösung: Tausende Gebäude werden in verschiedenen Grüntönen neu gestrichen. Das Projekt markiert einen Strategiewechsel, nachdem frühere Versuche, mehr Grünflächen zu schaffen, ins Stocken geraten waren.
Die Initiative kostet rund 10 Millionen Euro und wird von einem großen EU-Förderprogramm unterstützt. Sie beschränkt sich jedoch nicht auf Gebäude, sondern erstreckt sich auch auf Uniformen, Sportvereine und künftige Baubestimmungen.
Jahre lang diskutierte Mainz über Wege, die Stadt grüner zu gestalten. Bisherige Bemühungen konzentrierten sich darauf, Betonflächen zu reduzieren – doch der Fortschritt blieb gering. Jetzt haben die Verantwortlichen einen anderen Ansatz gewählt: die Stadt wird einfach neu angemalt.
Noch in diesem Jahr sollen erste Bereiche umgestaltet werden. Gebäude rund um den Mainzer Markt, das Neustadtviertel und das Staatstheater erhalten als Erste einen grünen Anstrich. Auch der Leichhof-Friedhof wird "begrünt", und es gibt Gespräche, den Mainzer Dom in das Projekt einzubeziehen.
Hinter dem Vorhaben steht ein kürzlich bewilligtes EU-Programm, das Hundertmillionen an Subventionen bereitstellt. Voraussetzung: Mindestens 35 Prozent der Innenstadtflächen müssen grün sein. Mainz arbeitet nun unter Hochdruck, um diese Vorgabe zu erfüllen.
Die Veränderungen bleiben nicht auf die Architektur beschränkt. Polizisten werden grüne Uniformen tragen, und der Fußballverein 1. FSV Mainz 05 wechselt zu grünen Trikots. Zudem müssen alle Neubauten künftig begrünte Fassaden aufweisen.
Der Schritt folgt auf Kritik an jüngsten Umgestaltungen, etwa dem Vorplatz der Universität und dem Zollhafen-Gelände. Beide wurden als trist beschrieben, was Forderungen nach einer lebendigeren Stadtlandschaft laut werden ließ.
Das Anstrich-Projekt wird die Stadt bis Jahresende etwa 10 Millionen Euro kosten. Es soll öffentliche Räume, Uniformen und künftige Bauvorhaben verändern. Gelingt das Vorhaben, könnte Mainz nicht nur beträchtliche EU-Mittel sichern, sondern auch sein städtisches Image neu prägen.






