Maskenaffäre: Spahns umstrittene Verträge belasten Steuerzahler mit Milliardenforderungen
Mila SimonMaskenaffäre: Spahns umstrittene Verträge belasten Steuerzahler mit Milliardenforderungen
Neue Kritik richtet sich gegen den CDU-Politiker Jens Spahn wegen umstrittenen Maskengeschäften während der COVID-19-Pandemie. Eine Untersuchung des Spiegel deckte gravierende Versäumnisse des Logistikunternehmens Fiege auf, das für die Regierung die Lagerverwaltung übernahm. Lieferanten fordern nun Milliardenbeträge an ausstehenden Zahlungen, während Oppositionsparteien Beamten vorwerfen, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben.
Die von Spahn in seiner Amtszeit als Gesundheitsminister verantworteten Maskenbeschaffungsverträge haben zu über 100 Klagen von Lieferanten geführt. Diese behaupten, der Bund schulde ihnen rund 3,8 Milliarden Euro an Schadensersatz, vor allem wegen verzögerter Zahlungen. Viele Streitfälle drehen sich um Fieges Unfähigkeit, grundlegende Aufgaben zu bewältigen – etwa die Erfassung eingehender Lieferungen oder die Bereitstellung korrekter Daten.
Interne Unterlagen der Beratungsfirma EY, die der Spiegel einsehen konnte, belegen, dass die Pannen bei Fiege zu schweren Störungen führten. Das Unternehmen soll mit der Lagerabwicklung überfordert gewesen sein, was zu Zahlungsverzögerungen und finanziellen Verlusten bei den Lieferanten führte. Trotz Warnungen von EY vor hohem Klagarisiko lehnte das Gesundheitsministerium eine Schadensersatzforderung gegen Fiege ab.
Die Grünen haben mit 90 Fragen zu Spahns Rolle in der Affäre nachgehakt. Die Antworten der Regierung wurden als ausweichend kritisiert, was den Verdacht einer Vertuschung nährt. Oppositionsführer fordern Konsequenzen für Verantwortliche – darunter Spahn – wegen des Umgangs mit den Verträgen. Zudem werfen sie dem Ministerium vor, über das Wissen um Fieges Mängel gelogen zu haben, obwohl Beweise das Gegenteil nahelegen.
Die Folgen der Maskengeschäfte ziehen sich weiter hin: Lieferanten klagen auf Milliarden an ausstehenden Geldern. Die Spiegel-Recherche offenbart systemische Versagen in Logistik und Aufsicht, während der politische Druck auf eine Aufklärung wächst. Ungeklärt bleibt, warum weder gegen Fiege noch gegen beteiligte Beamte Konsequenzen gezogen wurden.






