Matthias Hundt zieht Rücktritt zurück – doch Senat will ihn entlassen
Emil NeumannMatthias Hundt zieht Rücktritt zurück – doch Senat will ihn entlassen
Berlins Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, zieht seine Rücktrittserklärung zurück – dies geschieht während laufender Ermittlungen zu seinen Geschäftspraktiken. Der Schritt erfolgt, während die Behörden die Insolvenz eines seiner früheren Unternehmen, der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH, untersuchen. Gleichzeitig treibt der Senat die Pläne voran, Hundt von seinem Regierungsamt zu entbinden.
Hundt war im März 2025 zum Staatssekretär für Digitalisierung ernannt worden. Kurze Zeit später geriet seine Position unter Druck, nachdem Berichte ihn mit finanziellen Problemen bei der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH in Verbindung brachten. Das Insolvenzverfahren für das Unternehmen wurde am 25. November 2025 eingeleitet.
Eine gemeinsame Recherche von MDR und RBB deckte später auf, dass die Staatsanwaltschaft Dresden Hundts Rolle beim Zusammenbruch des Unternehmens prüft. Unabhängig davon führt die Deutsche Rentenversicherung eine Prüfung der SDC wegen ausstehender Beitragszahlungen durch. Hundt betont, er sei weder Gesellschafter der ebenfalls insolventen Humboldt Capture Germany GmbH gewesen noch trage er Verantwortung für deren finanzielles Scheitern.
Ursprünglich hatte Hundt seinen Rücktritt eingereicht, diesen jedoch später zurückgenommen. Als Begründung nannte er Frustration über das, was er als haltlose Vorwürfe und unbegründete Gerüchte bezeichnete. Dennoch setzt der Senat das Entlassungsverfahren fort; eine endgültige Entscheidung wird für Dienstag erwartet.
Falls Hundt des Amtes enthoben wird, stünde ihm dennoch eine Abfindung von rund 72.000 Euro zu – das entspricht einem halben Jahresgehalt.
Die geplante Entlassung durch den Senat folgt auf Wochen juristischer und politischer Prüfung. Wird der Beschluss am Dienstag bestätigt, endete damit Hundts kurze Amtszeit als Staatssekretär. Die Ergebnisse der Insolvenzermittlungen gegen sein ehemaliges Unternehmen stehen noch aus.






