Merz erklärt Deutschland für "nicht mehr verteidigungsfähig" – und startet radikale Reformen
Amelie HoffmannMerz erklärt Deutschland für "nicht mehr verteidigungsfähig" – und startet radikale Reformen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat erklärt, Deutschland sei derzeit nicht mehr in der Lage, sich selbst zu verteidigen. In einer jüngsten Stellungnahme bezeichnete er die Stärkung der militärischen Einsatzbereitschaft des Landes als oberste Priorität der Regierung. Seine Äußerungen fallen in eine Phase des Umbruchs in der Sicherheitspolitik unter seiner Führung, wobei die ersten großen Veränderungen bereits Anfang 2026 sichtbar werden.
Merz hatte die Verwundbarkeiten Deutschlands erstmals in einer Rede vor dem Bundestag 2024 thematisiert. Damals argumentierte er, wahre Stärke erfordere eine robuste Wirtschaft, Arbeitsplatzsicherheit und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung – Fähigkeiten, die er dem Land derzeit absprach. Der bewusste Einsatz der Formulierung "wieder handlungsfähig werden" unterstrich seine Überzeugung, dass Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit verloren habe.
Bis März 2026 hatten die Maßnahmen seiner Regierung bereits spürbare Auswirkungen auf die Sicherheitsstrategie des Landes. Die Rüstungsexporte stiegen deutlich an, wobei die Auflagen für Golfstaaten und die Ukraine gelockert wurden. Anstelle von Einzelgenehmigungen trat eine allgemeine Exportlizenz, gültig bis zum 15. September 2026, die das Verfahren vereinfachte. Allein 2025 genehmigte Deutschland Kriegswaffen im Wert von 217 Millionen Euro sowie weitere militärische Ausrüstung für 464 Millionen Euro.
Gleichzeitig wurden Lieferketten durch branchenweite Dialoge gestärkt, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Die internationale Zusammenarbeit wurde ausgebaut, darunter ein U-Boot-Projekt mit Norwegen und Kanada. Merz betonte wiederholt, dass Deutschlands globaler Einfluss davon abhänge, zunächst die eigenen Probleme zu lösen. Die meisten Herausforderungen, so seine Einschätzung, seien hausgemacht und durch innerdeutsche Maßnahmen zu bewältigen.
Die Veränderungen spiegeln Merzs Vision eines selbstständigen Deutschlands wider, das den Sicherheitsanforderungen gerecht wird. Die Exportbestimmungen wurden vereinfacht, Lieferketten abgesichert und internationale Verteidigungspartnerschaften geknüpft. Der Kurswechsel markiert einen deutlichen Bruch mit früheren Politiken – Ausgaben und Strategie sind nun auf den Wiederaufbau militärischer Stärke ausgerichtet.






