Mitteldeutschland-Verbindung: Warum Thüringen und Sachsen auf die Schiene warten müssen
Mila SimonMitteldeutschland-Verbindung: Warum Thüringen und Sachsen auf die Schiene warten müssen
Die BSW-Landesgruppe im Thüringer Landtag fordert dringendes Handeln beim Ausbau der Mitteldeutschland-Verbindung. Sie verlangt schnellere Fortschritte bei der Elektrifizierung und Modernisierung der Strecke zwischen Thüringen und Sachsen. Doch das Projekt leidet unter Verzögerungen und Finanzierungslücken – trotz seiner versprochenen Bedeutung für die regionale Anbindung.
Die Mitteldeutschland-Verbindung soll den Schienenverkehr von Sachsen über Thüringen bis in den Westen Deutschlands verbessern. Eine vollständige Elektrifizierung würde schnellere Fernzüge von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Die BSW stuft diese Strecke als eine der wichtigsten Schienenachsen für Thüringen ein.
Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits in diesem Jahr beginnen, doch sie wurden verschoben. Allein der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz wird auf 544 Millionen Euro geschätzt. Nun ist der Baustart auf 2028 verschoben worden, die vollständige Elektrifizierung wird frühestens 2032 erwartet.
Das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass derzeit keine Haushaltsmittel für das Projekt zur Verfügung stehen. Die BSW kritisiert diese Situation scharf: Während Milliarden in große Infrastrukturvorhaben in Westdeutschland fließen, müssten Thüringen und Sachsen trotz früherer politischer Zusagen mit Kürzungen leben.
Die BSW besteht weiterhin auf höhere Bundesmittel für die Schienenverbindung. Ohne zusätzliche Unterstützung bleibt der Zeitplan des Projekts ungewiss. Die verzögerten Ausbauarbeiten werden die Reisezeiten und regionale Vernetzung noch auf Jahre hinaus beeinträchtigen.






