Neuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter zwischen Instagram-Skandal und Bürgermeister-Ambitionen
Sebastian HoffmannNeuköllns SPD-Kandidatin Janine Wolter zwischen Instagram-Skandal und Bürgermeister-Ambitionen
Janine Wolter, die Bildungssenatorin von Neukölln, soll Martin Hikel als Bezirksbürgermeisterin nachfolgen. Ihre Kandidatur wurde auf einem jüngsten Parteitag offiziell bestätigt. Doch ihre Aktivitäten in sozialen Medien haben innerhalb der Neuköllner SPD-Führung für Kontroversen gesorgt.
Die Neuköllner SPD-Spitze hatte Wolter zunächst als Hikels Nachfolgerin vorgeschlagen. Später wurde ihre Bewerbung auf dem Parteitag unterstützt, was sie zur wahrscheinlichen künftigen Bezirksbürgermeisterin macht.
Der amtierende Bezirksbürgermeister Martin Hikel erteilte Wolter einen offiziellen Verweis. Dies erfolgte nach einer Prüfung ihrer Instagram-Posts, in denen sie Inhalte eines politischen Influencers geliked und geteilt hatte. Der Influencer ist für einseitige Israel-Kritik bekannt, insbesondere im Zusammenhang mit der Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud Flotilla“ im Oktober 2025.
Hikel warf Wolter mangelnde Zurückhaltung und Neutralität in ihren Online-Aktivitäten vor. Wolter erklärte daraufhin, sie habe die Inhalte des Influencers vor dem Teilen nicht genau geprüft. Zudem versicherte sie, künftig keine Beiträge von ihm mehr zu verbreiten.
Hikels Entscheidung, Wolter zu rügen, fällt mit seiner überraschenden Ankündigung zusammen, nicht erneut für das Amt zu kandidieren. Sein Rückzug soll auf fehlende Rückendeckung in der eigenen Partei zurückzuführen sein.
Trotz des Verweises bleibt Wolter Kandidatin für die Bezirksbürgermeisterschaft. Der Vorfall wirft Fragen nach dem Umgang von Amtsträgern mit sozialen Medien auf. Mit Hikels Abgang steht die SPD vor der Herausforderung, interne Spannungen vor der anstehenden Übergabe zu überwinden.
