NKR schlägt gestufte Baustandards vor, um Wohnungsbau zu beschleunigen
Amelie HoffmannNKR schlägt gestufte Baustandards vor, um Wohnungsbau zu beschleunigen
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) Deutschlands hat weitreichende Änderungen vorgeschlagen, um Baustandards zu vereinfachen und die Baukosten zu senken. Die Empfehlungen zielen darauf ab, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten und der Bundesregierung als Leitlinie für das geplante Gebäudetyp-E-Gesetz zu dienen.
In einem Positionspapier skizziert der NKR ein gestuftes System für Bauvorschriften. Bauherren könnten künftig zwischen Grund-, Mittel- und Premiumstandards wählen, wobei die „Grundausführungsvariante“ als Standard gelten soll. Abweichungen wären nur in Richtung höherwertiger Spezifikationen möglich, nicht jedoch zu niedrigeren Standards.
NKR-Präsident Lutz Goebel argumentiert, dass nicht alle aktuellen Bauvorschriften für Sicherheit oder Gesundheit entscheidend seien. Er schlug vor, nicht essenzielle Standards abzusenken oder abzuschaffen, um die Kosten zu reduzieren. Zudem schlug der Rat vor, relevante DIN-Normen zu staffeln, um das Verfahren zu vereinfachen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig haben bereits zentrale Punkte für den Gebäudetyp-E-Vertrag vorgestellt. Das Bundesjustizministerium plant, in den kommenden Monaten einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Empfehlungen des NKR berücksichtigt.
Die vorgeschlagenen Änderungen könnten die deutsche Bauwirtschaft grundlegend verändern, indem Bürokratie abgebaut und Ausgaben gesenkt werden. Falls verabschiedet, würde das neue Gebäudetyp-E-Gesetz flexible Standards einführen, ohne dabei Sicherheits- und Qualitätsmaßstäbe zu vernachlässigen.






