Preisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze entfacht Proteste
Sebastian HoffmannPreisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze entfacht Proteste
Mails Teuerungssprung an der Mailänder Scala: Preise für begehrte Plätze steigen um über 30 Prozent
Die Mailänder Oper La Scala hat die Ticketpreise für 36 ihrer gefragtesten Plätze um mehr als 30 Prozent erhöht. Die Maßnahme löste scharfe Kritik aus – vor allem bei den treuen Besuchern der oberen Ränge, den sogenannten „Loggionisti“. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, sind nun auf 1.050 Euro gestiegen.
La Scala ist bereits jetzt das teuerste Theater Europas; nur die Salzburger Festspiele verlangen höhere Preise. Dennoch gab es seit einem Jahrzehnt keine Erhöhungen, und der aktuelle Intendant, Fortunato Ortombina, hat zugesichert, während seiner Amtszeit keine weiteren Anpassungen vorzunehmen.
Die Theaterleitung wiegelt die Proteste ab und verweist darauf, dass nur 36 von 531 Plätzen betroffen seien. Zudem fielen die durchschnittlichen Steigerungen moderat aus: Ein Platz in der Galerie kostet in der Spielzeit 2025–26 noch 45,56 Euro, im folgenden Jahr dann 46,94 Euro.
Während der Premiere von Giuseppe Verdis „Carmen“ spitzte sich der Widerstand zu, als aus den oberen Rängen Flugblätter geworfen wurden. Obwohl die Scala derzeit mit einem Überschuss wirtschaftet, begründet die Leitung die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und den Kosten für die Verlegung der Werkstätten.
Trotz der öffentlichen Empörung bleibt die Preiserhöhung bestehen. Die Scala-Betreiber betonen, die Änderungen seien begrenzt und notwendig, um den zukünftigen Spielbetrieb zu sichern. Man werde die Reaktionen weiter beobachten, während die neuen Preise greifen.






