Siemens plant radikale Umstrukturierung – Sparten könnten verschwinden
Amelie HoffmannSiemens plant radikale Umstrukturierung – Sparten könnten verschwinden
Laut Medienberichten plant Siemens einen umfassenden internen Umbruch. Demnach könnte der Konzern seine Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure im Rahmen einer größeren Neuaufstellung auflösen. Der Schritt entspricht der langfristigen Strategie des Unternehmens, Abläufe zu straffen und Fachwissen zentral zu bündeln.
Die möglichen Änderungen gehen auf Siemens' "One Tech Company"-Strategie zurück, die Vorstandschef Roland Busch vor eineinhalb Jahren vorstellte. Ziel war es, interne Abgrenzungen abzubauen und eine stärker integrierte Technologiegruppe zu schaffen. In der neuen Struktur würden die Geschäftsbereiche dieser Sparten direkt an den Vorstand berichten.
Aktuell leitet Matthias Rebellius die Sparte Smart Infrastructure, während Cedrik Neike für Digital Industries verantwortlich ist. Bei einer Auflösung der Bereiche würden ihre Teams enger zusammenarbeiten, was Doppelstrukturen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung reduzieren soll. Zwar sind vorerst keine Stellenstreichungen geplant, doch könnten sich die Arbeitsabläufe deutlich ändern.
Die Neuordnung erinnert an frühere Umstrukturierungen bei Siemens, etwa die Ausgliederung des Medizintechnikbereichs Siemens Healthineers im Jahr 2018. Das Unternehmen wollte sich jedoch nicht zu den aktuellen Berichten äußern und lehnte auf Anfrage des Handelsblatts eine Stellungnahme ab.
Die geplante Restrukturierung wäre ein wichtiger Schritt in Siemens' Bestreben, geschlossener aufzutreten. Durch den Abbau von Spartengrenzen will der Konzern die Zusammenarbeit verbessern und die Effizienz steigern. Wie die endgültige Entscheidung ausfällt und welche Auswirkungen sie auf den Betriebsalltag hat, bleibt abzuwarten.






