30 March 2026, 16:16

Spritpreis-Reform verzögert: Warum Tankstellen-Kunden weiter zahlen müssen

Grafik zeigt Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten mit zwei Linien, die die Staatspreise darstellen, blaue Linie sinkt und grüne Linie steigt über die Zeit.

Spritpreis-Reform verzögert: Warum Tankstellen-Kunden weiter zahlen müssen

Neue Regeln zur Spritpreisgestaltung in Deutschland verzögert – Kritik von Politik und Wirtschaft

Die geplanten Reformen der Kraftstoffpreise in Deutschland wurden verschoben und lösen damit Kritik aus Politik und Wirtschaft aus. Ursprünglich sollten die neuen Vorschriften am Samstag in Kraft treten, nun ist der Start für Mittwoch vorgesehen. Die Änderungen zielen zwar auf mehr Transparenz ab, doch ob sie die Kosten für Autofahrer spürbar senken, bleibt fraglich.

Die Verzögerung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spritpreise fast Rekordniveau erreichten, bevor sie in dieser Woche leicht zurückgingen.

Die Bundesregierung hatte geplant, die verschärften Preisregeln am Samstag, den 21. März 2026, einzuführen. Demnach dürfen Tankstellen die Preise künftig nur noch einmal täglich – um 12:00 Uhr mittags – anheben. Der Starttermin wurde jedoch auf Mittwoch verschoben, da die endgültige Zustimmung des Bundesrates Anfang April noch aussteht.

Am Tag, an dem die neuen Regeln eigentlich hätten greifen sollen, erreichte der Durchschnittspreis für Diesel bundesweit 2,291 Euro pro Liter – fast so hoch wie im Spitzenjahr 2022. Super E10 kostete im Schnitt 2,086 Euro pro Liter, an einigen Tankstellen in Köln sogar bis zu 2,449 Euro. Bis Donnerstag, den 26. März, gingen die Preise leicht zurück: Diesel lag bei durchschnittlich 2,234 Euro pro Liter (minus 5,5 Cent), E10 bei 2,054 Euro pro Liter (minus 1,4 Cent).

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) begrüßte die Reformen und argumentierte, sie könnten den Preisdruck verstärken. Sprecher Herbert Rabl warnte, falls der Markt nicht reagiere, könnte dies auf eine stille Absprache unter den Ölkonzernen hindeuten. Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken, bezeichnete die Verzögerung dagegen als "Symbolpolitik". Zwar verbesserten die neuen Regeln die Transparenz, doch eine spürbare Entlastung für Verbraucher bleibe aus.

Wissler forderte zudem eine Übergewinnsteuer, um die außergewöhnlichen Gewinne der Ölkonzerne zu begrenzen und die Mittel an die Verbraucher weiterzugeben.

Die verschobenen Preisregeln sollen nun am Mittwoch in Kraft treten, sofern der Bundesrat im April zustimmt. Nach dem Preisanstieg vom vergangenen Wochenende sind die Spritkosten bereits wieder leicht gesunken. Beobachter aus Wirtschaft und Politik diskutieren weiterhin, ob die Reformen zu fairerem Wettbewerb führen oder den Status quo lediglich zementieren werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle