Stuttgart 21: Eröffnung verzögert sich um fünf Jahre – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Amelie HoffmannStuttgart 21: Eröffnung verzögert sich um fünf Jahre – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Die Deutsche Bahn hat die Eröffnung des unterirdischen Bahnhofs von Stuttgart 21 um fünf Jahre verschoben. Das Projekt, das ursprünglich 2026 fertiggestellt werden sollte, wird nun 14,5 Milliarden Euro kosten – mehr als das Dreifache des ursprünglichen Budgets. Die Ankündigung folgt auf anhaltende technische und sicherheitsrelevante Bedenken.
Mit den Bauarbeiten für Stuttgart 21 wurde 2010 begonnen, die geschätzten Kosten lagen damals bei 4,5 Milliarden Euro. Im selben Jahr kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten, die sich gegen den Abriss des alten Bahnhofs wandten; dabei wurden über 100 Menschen verletzt. Die Grünen, die das Projekt stets abgelehnt hatten, gewannen nach der Landtagswahl 2011 als zweitstärkste Kraft erheblichen Einfluss.
Kernstück des Vorhabens ist ein neuer unterirdischer Bahnhof, der den bestehenden Kopfbahnhof ersetzen soll. Kritiker verweisen jedoch auf gravierende Mängel, darunter unzureichende Brandschutzmaßnahmen und weitverbreitete technische Probleme. Über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt und müssen nun ausgetauscht werden.
DB-Chefin Evelyn Palla führte die Verzögerung auf Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir forderte von den Projektverantwortlichen klarere Zeitpläne und verlässliche Fertigstellungsdaten.
Nach dem überarbeiteten Fahrplan soll der Bahnhof nun erst 2031 in Betrieb gehen. Die explodierenden Kosten und wiederholten Rückschläge werfen weitere Fragen zur Projektsteuerung auf. Die Verantwortlichen stehen unter Druck, sicherzustellen, dass die verbleibenden Arbeiten den Sicherheits- und technischen Standards entsprechen.
