Syrischer Gesundheitsminister besucht ehemaliges Ausbildungs-Krankenhaus in Solingen
Emil NeumannSyrischer Gesundheitsminister besucht ehemaliges Ausbildungs-Krankenhaus in Solingen
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstagnachmittag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markierte eine Rückkehr in das deutsche Krankenhaus, in dem er einst fünf Jahre lang unter Professor Ralf Buhl als Neurochirurg ausgebildet worden war.
Während seines Besuchs traf Nazzal al-Ali auf Buhl, der heute Chefarzt der Neurochirurgie und sein ehemaliger Mentor ist. Sie erörterten mögliche Wege, wie Solingen das stark belastete syrische Gesundheitssystem unterstützen könnte – etwa durch Austauschprogramme für junge Fachkräfte.
Der medizinische Sektor in Syrien leidet schwer unter den Folgen jahrelanger Konflikte. Krankenhäuser liegen in Trümmern, Ausrüstung ist knapp, und qualifiziertes Personal fehlt. Über 6,8 Millionen Syrer haben das Land verlassen, darunter viele Ärzte und Pflegekräfte. Trotz dieser Abwanderung führten syrische Mediziner im Ausland allein im vergangenen Jahr 10.800 Operationen durch.
Nazzal al-Ali, der 2025 nach Syrien zurückkehrte, bevor er Gesundheitsminister wurde, hat seitdem kurzfristige Einsätze syrischer Ärzte im Ausland genehmigt. Diese Maßnahmen sollen die medizinische Versorgung im Heimatland verbessern und gleichzeitig Fachwissen im System halten.
Der Besuch des Ministers unterstreicht die laufenden Bemühungen, das syrische Gesundheitssystem durch internationale Partnerschaften wieder aufzubauen. Falls Vereinbarungen zustande kommen, könnte Solingen eine Rolle bei der Ausbildung der nächsten Generation syrischer Mediziner spielen. Eine solche Zusammenarbeit könnte helfen, die dringendsten Lücken in der Gesundheitsversorgung des Landes zu schließen.






