21 March 2026, 18:10

TrumpRx droht deutsche Medikamentenversorgung zu gefährden – warum Patienten leiden könnten

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner doppelt bis dreimal so viel für Medikamente gezahlt haben wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

TrumpRx droht deutsche Medikamentenversorgung zu gefährden – warum Patienten leiden könnten

Eine neue US-Plattform für Medikamentenrabatte sorgt in der deutschen Pharmabranche für Besorgnis. Die Initiative TrumpRx, ins Leben gerufen vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, zielt darauf ab, die Arzneimittelkosten für Amerikaner zu senken – indem sie sich an den Preisen in Ländern wie Deutschland orientiert. Branchenvertreter warnen nun, dass dies die Einführung innovativer Therapien für deutsche Patienten verzögern oder sogar blockieren könnte.

Zwar sind einige bahnbrechende Medikamente wie Qalsody gegen ALS und Rystiggo zur Behandlung von Myasthenia gravis kürzlich in Deutschland verfügbar geworden. Doch Experten verweisen auf eine wachsende Kluft beim Zugang zu modernsten Arzneimitteln im Vergleich zu den USA.

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Die TrumpRx-Plattform wurde eingeführt, um die Medikamentenpreise für US-Verbraucher zu drücken. Sie bietet zunächst Rabatte auf 40 Arzneimittel an und nutzt dabei die deutschen Preise als Maßstab für faire Konditionen. Doch deutsche Pharmaunternehmen mit US-Geschäft stehen nun unter finanziellen Druck, wie der Branchenverband Pharma Deutschland mitteilt.

Geschäftsführerin Dorothee Brakmann erläutert, dass der Preisdruck der Plattform Unternehmen zwingen könnte, ihre Strategien zu überdenken. Einige könnten die Markteinführung neuer Medikamente in Deutschland verzögern oder ganz streichen, um ihre Gewinne zu schützen. Das Pharma-Dialog-Forum, eine zentrale Branchenplattform, muss sich nun diesen Herausforderungen stellen, um langfristige Engpässe bei fortschrittlichen Therapien zu vermeiden.

Deutschland hinkt den USA bereits bei der Verfügbarkeit von Arzneimitteln hinterher. Mindestens 19 bahnbrechende Therapien, die in den USA zugelassen sind, stehen deutschen Patienten nicht zur Verfügung. Zwar gibt es keine offizielle Liste der fehlenden Medikamente, doch die TrumpRx-Politik droht, diese Lücke weiter zu vergrößern. Plötzliche Verschiebungen bei den globalen Preisen könnten Unternehmen dazu veranlassen, Märkte mit höheren Renditen zu priorisieren – zum Nachteil Europas.

Die Konzentration der TrumpRx-Plattform auf US-Rabatte könnte für Deutschland unerwünschte Folgen haben. Pharmaunternehmen könnten ihre Markteinführungspläne überdenken und so die Verfügbarkeit neuer Medikamente verlangsamen oder sogar stoppen. Ohne Anpassungen müssen deutsche Patienten möglicherweise länger auf lebensverändernde Therapien warten – oder gehen ganz leer aus, obwohl diese anderswo bereits erhältlich sind.

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