VdK-Präsidentin Bentele fordert radikale Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung
Emil NeumannVdK-Präsidentin Bentele fordert radikale Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert dringende Reformen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie schlägt eine vorübergehende Ausgabenobergrenze für Leistungserbringer vor, um die steigenden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen. Ihre Vorschläge kommen kurz vor dem Bericht der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag veröffentlicht wird und 60 mögliche Einsparmaßnahmen aufzeigen soll.
Bentele betont, dass strukturelle Veränderungen nötig seien, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen – ohne die Versorgungsqualität zu beeinträchtigen. Sie lehnt höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren ab, da dies chronisch Kranke, ältere Menschen und einkommensschwache Patient:innen unverhältnismäßig belasten würde. Stattdessen fordert sie die Bundesregierung auf, gesellschaftliche Kosten zu übernehmen, die derzeit vom Versicherungssystem getragen werden.
Auch Pläne zur Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung weist sie zurück und warnt, dass dies vor allem Frauen und Haushalte mit geringem Einkommen treffen würde. Um die Finanzierung zu verbessern, regt Bentele an, die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben und die Arten der beitragspflichtigen Einnahmen zu erweitern. Der VdK erwartet, dass die Vorschläge der Kommission die Belastung der Versicherten verringern, ohne die bestehenden Leistungen zu kürzen.
Die Empfehlungen der Gesundheitsfinanzkommission werden am Montag vorgestellt. Benteles Forderungen zielen darauf ab, sozial Schwache zu schützen und gleichzeitig die langfristige Stabilität der Gesundheitsfinanzierung zu sichern. Die Debatte über die Reformen wird voraussichtlich an Fahrt aufnehmen, sobald Politiker:innen die vorgeschlagenen Maßnahmen prüfen.






