Vom Flüchtling zum Reparaturhelden: Wie Karem Hasan in Bremen Nachbarschaft und Umwelt hilft
Emil NeumannVom Flüchtling zum Reparaturhelden: Wie Karem Hasan in Bremen Nachbarschaft und Umwelt hilft
Karem Hasan floh 2018 aus Syrien und betreibt heute in Bremens Stadtteil Neue Vahr ein Reparaturcafé. Hinter der Heilig-Geist-Kirche gelegen, hilft das Café Anwohnern, kaputte Geräte kostenlos zu reparieren. Mit seiner Initiative fördert Hasan zudem den Umweltschutz, indem er Müll vermeidet.
Nach seiner Flucht aus dem kriegsgebeutelten Damaskus kam Hasan nach Bremen. Bereits nach acht Monaten eröffnete er das Reparaturcafé, um Menschen bei defekten Elektronikgeräten und Haushaltsgeräten zu unterstützen. Der Raum hat samstagsvormittags und an Werktagen nach seiner regulären Arbeitszeit geöffnet.
Das Café lebt vom Gemeinschaftsengagement: Hasan stellt sein Können unentgeltlich zur Verfügung, während Kunden entweder eigene Ersatzteile mitbringen oder Hilfe beim Bestellen erhalten. Seine Arbeit wird ab Juli einfacher, wenn das neue „Recht auf Reparatur“ in Kraft tritt. Die Regelung verpflichtet Hersteller, Produkte reparaturfreundlicher zu gestalten.
Neue-Vahr-Nord, wo Hasan lebt, weist ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 24.400 Euro auf – deutlich unter dem Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro. Trotz der finanziellen Herausforderungen in der Gegend bleibt sein Angebot kostenfrei. Im Dezember 2024 trat er der SPD bei; noch im selben Jahr hatte er die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Eine Rückkehr nach Syrien schließt er aus und verweist auf die zerstörte Infrastruktur des Landes.
Hasan setzt sich mit seinem Reparaturcafé weiterhin für die Nachbarschaft ein, repariert Geräte und reduziert Abfall. Die bevorstehenden „Recht auf Reparatur“-Gesetze werden seine Bemühungen zusätzlich stärken. Seine Arbeit motiviert zudem andere, sich an Reparaturen und Nachhaltigkeit zu beteiligen.






