WACKER verzeichnet 2025 Rekordverlust und streicht 1.500 Stellen
Sebastian HoffmannWACKER verzeichnet 2025 Rekordverlust und streicht 1.500 Stellen
WACKER-Konzern meldet deutlichen Rückgang der Geschäftsentwicklung für 2025
Die WACKER Gruppe hat für das Jahr 2025 einen starken Einbruch der finanziellen Kennzahlen verzeichnet: Sowohl Ertrag als auch Umsatz gingen deutlich zurück. Das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro, was zu Stellenstreichungen und der Aussetzung der Dividende für Aktionäre führte.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) sank um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Gesamtumsatz verringerte sich um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Christian Hartel führte die schwachen Ergebnisse auf nachlassende Nachfrage, Marktunsicherheiten, zunehmenden Wettbewerb und Überkapazitäten in Schlüsselsektoren zurück. Hohe Energiekosten in Deutschland und rückläufige Absatzmengen belasteten die Gewinnmargen zusätzlich.
Als Reaktion auf die Krise startete WACKER im Oktober 2025 das Sparprogramm PACE, mit dem jährlich mehr als 300 Millionen Euro an Produktions- und Verwaltungskosten eingespart werden sollen. Im Rahmen dieser Maßnahme werden über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut, vor allem in Deutschland.
Der Nettoverlust von 805 Millionen Euro umfasst Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Aufgrund der Verluste wird das Unternehmen für 2025 keine Dividende vorschlagen.
Trotz der Herausforderungen konnte WACKER seine Position im Halbleitermarkt ausbauen. Innerhalb der letzten zwei Jahre steigerte das Unternehmen seinen globalen Marktanteil bei Polysilizium auf 25 bis 30 Prozent und überflügelte damit Wettbewerber wie die Tokuyama Corporation und OCI Company. Dieser Erfolg geht auf Kapazitätserweiterungen am Standort Nünchritz in Deutschland sowie Fortschritte in der Entwicklung hochreiner Produkte zurück.
Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem leichten Anstieg von Umsatz und EBITDA und prognostiziert Werte zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro. Langfristig setzt WACKER auf Spezialprodukte, Halbleiteranwendungen und biotechnologische Innovationen, um die Profitabilität wiederherzustellen.
Die Ergebnisse des WACKER-Konzerns für 2025 spiegeln ein schwieriges Jahr wider, geprägt von sinkenden Umsätzen, Stellenabbau und einer ausgesetzten Dividende. Mit Kostensenkungen und gezielten Investitionen in Wachstumsmärkte wie Halbleiter und Biotechnologie strebt das Unternehmen nun die Erholung an.






