Wie fünf Frankfurter mit Aufzugsvideos zu TikTok-Stars und TV-Lieblingen wurden
Mila SimonVerführerische TikTok-Clips: Was steckt hinter 'Thirst Traps' - Wie fünf Frankfurter mit Aufzugsvideos zu TikTok-Stars und TV-Lieblingen wurden
Die "Elevator Boys" aus Frankfurt: Vom TikTok-Hype zur internationalen Karriere
Fünf junge Männer aus Frankfurt, bekannt als die Elevator Boys, wurden durch aufreizende TikTok-Videos, die in Aufzügen gedreht wurden, zu weltweiten Stars. Ihre spielerischen, sexualisierten Clips zogen Millionen von Followern an und katapultierten sie in die Musikbranche, ins Fernsehen und in die Welt der sozialen Medien. Heute zählen sie zu Deutschlands erfolgreichsten Online-Crews – zwischen Content-Produktion, prominenten Auftritten und einem Umzug nach Los Angeles.
Ihr Durchbruch gelang den Elevator Boys mit kurzen, flirtenden Videos in Aufzügen, ein Trend, der als "Thirst Traps" bekannt ist. Diese Clips – darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit durch angedeutete, aber unerfüllte sexuelle Spannung zu wecken – sind laut Medienexperte Rudolf Kammerl ein hochwirksames Mittel. Nutzer:innen reagieren mit Likes, Kommentaren oder Shares, was die Reichweite der Creator weiter steigert.
Ihr Erfolg öffnete Türen über die sozialen Medien hinaus. Nach Gesangsunterricht veröffentlichten sie Songs wie Runaway und waren 2023 und 2026 bei Germany's Next Topmodel zu sehen, wo sie mit Heidi Klum tanzten und mit Stars wie Will Smith zusammenarbeiteten. Parallel wuchs ihre Online-Präsenz: Millionen folgen ihnen auf TikTok, Hunderttausende auf Instagram.
Doch Thirst Traps erfüllen unterschiedliche Zwecke. Manche Nutzer:innen posten sie, um Bestätigung zu suchen, Einsamkeit zu bekämpfen oder romantisches Interesse zu wecken. Für Influencer:innen sind sie ein Marketinginstrument – die deutsche YouTuberin Annikazion gewann beispielsweise innerhalb einer Woche 30.000 Follower durch tägliche Thirst-Trap-Videos. Kritiker:innen warnen jedoch, dass solche Posts enge Schönheitsideale – besonders für Frauen – verstärken und Körper objektifizieren können. Die Sozialpädagogin Tessa-Marie Menzel betont, dass junge Zuschauer:innen durch solche Inhalte unrealistische Erwartungen entwickeln könnten.
Medienpädagog:innen fordern Plattformen und Eltern auf, Altersbeschränkungen strenger durchzusetzen. Während manche Thirst Traps als Form der Selbstermächtigung sehen – vor allem für Menschen, die klassischen Schönheitsnormen nicht entsprechen –, weisen andere auf die Risiken früher Sexualisierung und kommerzieller Ausbeutung hin.
Der Weg der Elevator Boys – von viralen Clips zum Mainstream-Erfolg – zeigt die Macht von Thirst-Trap-Content. Ihre Geschichte spiegelt größere Trends in den sozialen Medien wider, wo aufmerksamkeitsstarke Posts Türen zu Musik, Fernsehen und Markenkooperationen öffnen können. Doch die Debatte darüber, wie solche Inhalte junge Zielgruppen prägen und ob strengere Schutzmechanismen nötig sind, bleibt bestehen.






