WM-Nächte werden lauter: Bundesregierung lockert Lärmschutz für Public Viewings
Emil NeumannWM-Nächte werden lauter: Bundesregierung lockert Lärmschutz für Public Viewings
Die deutsche Bundesregierung hat die Lärmschutzbestimmungen für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft gelockert und erlaubt damit öffentliche Übertragungen bis spät in die Nacht vom 11. Juni bis zum 19. Juli. Nun müssen die lokalen Behörden den Fußballbegeisterung und die nächtliche Ruhezeiten in Einklang bringen. In diesem Jahr beginnen viele Spiele – darunter zwei Gruppenspiele Deutschlands – erst um 22 Uhr oder später.
Bei früheren Turnieren zogen öffentliche Übertragungen große Menschenmengen an. Orte wie der Martinsplatz in Braunschweig, der Schlossplatz in Wolfenbüttel, der Härke-Hof in Peine und die Eisbahn in Salzgitter entwickelten sich zu überfüllten Treffpunkten. Bundesweit lockte die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin während der WM 2006 über eine Million Besucher an, während der Olympiapark in München und der Heumarkt in Köln etwa 500.000 bzw. 400.000 Fans begrüßten.
Diesmal stellt der Spielplan eine besondere Herausforderung dar. Vier der häufigsten Anstoßzeiten – 21 Uhr, 22 Uhr, Mitternacht und 3 Uhr morgens – liegen außerhalb der üblichen Ruhezeiten. Die neue Regelung ermöglicht es den Kommunen, für öffentliche Übertragungen Ausnahmen zu genehmigen, dabei müssen sie jedoch den Lärmschutz berücksichtigen.
Einige Veranstaltungen sind bereits geplant. Der BV Germania Wolfenbüttel wird das Gruppenspiel Deutschlands gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni um 22 Uhr übertragen. Auch das "Schön & Fröhlich" in Braunschweig zeigt alle Gruppenspiele der deutschen Mannschaft. Bisher gibt es jedoch noch keine Bestätigung für großflächige öffentliche Übertragungen auf den zentralen Plätzen der Region.
Die gelockerten Vorschriften geben den Kommunen Spielraum, um nächtliche Public Viewings zu organisieren. Fans haben die Möglichkeit, die Spiele Deutschlands etwa auf dem Vereinsgelände in Wolfenbüttel oder in Braunschweiger Locations zu verfolgen. Doch ob es große öffentliche Übertragungen auf den Hauptplätzen geben wird, steht noch nicht fest.






