Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche auf – Mindestlohn ignoriert, Steuern hinterzogen
Sebastian HoffmannZoll deckt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche auf – Mindestlohn ignoriert, Steuern hinterzogen
Großrazzia des Zolls deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße in Deutschlands Kurierbranche auf
Bei einer bundesweiten Großkontrolle haben mehr als 2.900 Beamte schwerwiegende Verstöße gegen Arbeits- und Sozialrecht in der Paketdienstbranche aufgedeckt. Die Ermittler stießen auf illegale Beschäftigung, Lohnbetrug und Steuerhinterziehung – vor allem bei Subunternehmern, die für Konzerne wie Amazon, Hermes, GLS und DPD tätig sind.
Die Razzien fanden deutschlandweit statt, darunter in 27 Betrieben in Köln und 16 in Münster. Dabei stellte sich heraus, dass viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt wurden, ihre tatsächlichen Arbeitsverhältnisse nicht kannten. Einige arbeiteten ohne gültige Genehmigungen, darunter ein 39-jähriger Türke in Köln.
Häufig blieben Arbeitsstunden unbezahlt – etwa Überstunden oder Ladezeiten. Dadurch verdienten die Fahrer oft weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Zudem nutzten Subunternehmer die Konstruktion, um Sozialabgaben zu umgehen und Steuern zu hinterziehen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte an, gegen die illegalen Praktiken in der Branche vorzugehen. Ziel der Aktion sei es, Arbeiter vor Ausbeutung zu schützen und gleichzeitig staatliche Einnahmen sowie Sozialbeiträge zu sichern.
Die Ergebnisse zeigen ein systemisches Problem in der Kurierbranche, in der Subunternehmer eine zentrale Rolle spielen. Unbezahlte Löhne, illegale Beschäftigung und Steuerhinterziehung waren weit verbreitet. Die Behörden kündigten weitere Maßnahmen an, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen und Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen.






