Zoos kämpfen mit Energiekosten – zwischen Solaranlagen und Tierabgaben
Sebastian HoffmannZoos kämpfen mit Energiekosten – zwischen Solaranlagen und Tierabgaben
Zoos und Wildparks in der gesamten Region kämpfen mit wachsenden finanziellen Belastungen durch steigende Energiekosten. Während einige Einrichtungen bereits Tiere abgegeben haben, um Ausgaben zu senken, setzen andere auf erneuerbare Energien, um den Druck zu bewältigen.
Im Zoo Braunschweig haben die Verantwortlichen ausgeschlossen, den Tierbestand zu verringern oder Tiere abzugeben – trotz höherer Rechnungen. Stattdessen stärkt der Zoo seine Energieunabhängigkeit: Eine bestehende 80-kW-Photovoltaikanlage wird um zusätzliche 12 kW erweitert, und ein 10-kW-Batteriespeicher soll bald installiert werden. Zudem hat der Zoo seine Heizmethoden diversifiziert, um die Effizienz zu steigern.
Auch im Artenschutzzentrum Grasleben wurden ähnliche Maßnahmen ergriffen. Neue Solarmodule versorgen nun beheizte Gehege für wärmeliebende Arten mit Strom. Mit dieser Aufrüstung sollen die steigenden Stromkosten ausgeglichen werden, ohne die Tierhaltung zu beeinträchtigen.
Nicht alle Einrichtungen verfolgen denselben Ansatz. Einige Wildparks haben bereits Tiere abgegeben, um die finanzielle Last zu verringern. Im Wildpark Essehof machen Energiekosten zwar nur sechs bis acht Prozent der Gesamtausgaben aus, doch die Leitung betont, dass ein Verkauf von Tieren nicht infrage kommt. Der Wildpark Stöckheim hingegen verzeichnet geringere Energiekosten – etwa 2,5 Prozent des Budgets – und muss daher keine radikalen Schritte einleiten.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien bietet Zoos eine praktische Lösung, um die Kosten im Griff zu behalten, ohne den Tierbestand zu reduzieren. Investitionen in Solarenergie und Speichersysteme helfen Einrichtungen wie dem Zoo Braunschweig und dem Artenschutzzentrum Grasleben, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Bisher bleiben die meisten dabei, ihre Tierpopulationen stabil zu halten und sich gleichzeitig an die höheren Energiepreise anzupassen.






