81 Prozent der Deutschen empfinden die Vermögensverteilung als ungerecht – und fordern Steuerreformen
Sebastian Hoffmann81 Prozent der Deutschen empfinden die Vermögensverteilung als ungerecht – und fordern Steuerreformen
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält die Vermögensverteilung im Land für ungerecht – das ergab eine aktuelle Umfrage. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist der Ansicht, dass das bestehende System fair funktioniert. Zudem zeigt die Erhebung eine breite Unterstützung für Steuerreformen, die Vermögen und Erbschaften stärker belasten sollen.
Laut der Umfrage empfinden 81 Prozent der Deutschen die Vermögensverteilung als ungerecht, lediglich 15 Prozent halten sie für fair. Die Unzufriedenheit ist dabei parteiübergreifend: In allen im Bundestag vertretenen Parteien teilt eine Mehrheit diese Einschätzung.
Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. In den ostdeutschen Bundesländern – Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen – sowie im Raum Berlin-Brandenburg bezeichnen 90 Prozent der Befragten das System als ungerecht.
Bei der Frage nach Steuern befürworten 64 Prozent der Deutschen die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, während 29 Prozent dagegen sind. Besonders hoch ist die Zustimmung bei Wählerinnen und Wählern der Grünen, der Linken, der SPD und selbst bei der unionsgeführten Mitte-rechts-Partei, wo 62 Prozent die Maßnahme unterstützen. Unter AfD-Anhängern zeigt sich hingegen ein gespaltenes Bild: 52 Prozent lehnen die Vermögenssteuer ab, 42 Prozent befürworten sie.
Bei der Erbschaftssteuer sprechen sich 61 Prozent der Deutschen für höhere Sätze auf große Vermögen aus, 32 Prozent lehnen dies ab. Auch hier weichen AfD-Sympathisanten ab: 62 Prozent sind gegen höhere Erbschaftssteuern, 33 Prozent dafür.
Die Ergebnisse unterstreichen die weitverbreitete Unzufriedenheit mit der Vermögensverteilung in Deutschland. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unterstützt steuerpolitische Änderungen, um die Ungleichheit zu verringern – wobei die Meinungen je nach politischer Ausrichtung stark variieren. Die Umfrage könnte künftige Debatten über Wirtschaftspolitik und Besteuerung prägen.






