23 March 2026, 20:26

Apothekenreform 2026: Mehr Macht für Apotheker – doch die Kritik wächst

Plakat mit dem Titel "Senkung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und einem Logo.

Apothekenreform 2026: Mehr Macht für Apotheker – doch die Kritik wächst

Eine geplante Apothekenreform in Deutschland hat vor ihrer erwarteten Einführung im Jahr 2026 eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Aufgaben von Apothekern auszuweiten – etwa bei Impfungen und der Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ohne ärztliche Genehmigung. Kritiker, darunter Ärzteverbände und Krankenkassen, warnen jedoch, dass die Änderungen die medizinische Aufsicht schwächen und die Kosten in die Höhe treiben könnten, ohne dass klare Vorteile erkennbar seien.

Kürzlich besuchte die SPD-Abgeordnete Rasha Nasr die Knut-Apotheke in Dresden, um sich vor Ort ein Bild von den Herausforderungen zu machen, mit denen das Personal konfrontiert ist. Der Besuch erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem der Bundestag sich auf eine detaillierte Beratung der Reform vorbereitet.

Die unter dem Namen ApoVWG bekannte Reform sieht zwei zentrale Neuerungen vor: Apotheker sollen künftig mehr Impfungen durchführen und bestimmte Medikamente ohne Rezept abgeben dürfen. Befürworter argumentieren, dies entlaste Ärzte und verbessere den Zugang zu medizinischer Versorgung. Medizinische Fachverbände warnen jedoch, dass dadurch die Grenzen zwischen den Verantwortungsbereichen von Apothekern und Ärzten verwischen könnten. Auch Krankenkassen äußern Bedenken, dass unkontrollierte Gebührenerhöhungen für Apotheken die Folge sein könnten.

Während ihres Dresdner Besuchs betonte Apothekeninhaber Michael Gäbe, dass das aktuelle Finanzierungsmodell für Apotheken nicht tragfähig sei. Ohne eine fairere Vergütung, so seine Argumentation, leide die Qualität der Patientenversorgung. Zudem kritisierte Gäbe Pläne, die Kompetenzen von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten – dies löse den Fachkräftemangel nicht, sondern berge Risiken für die Patientensicherheit.

Nasr, die über keine vorherige Erfahrung in der Gesundheitspolitik verfügt, hörte sich Gäbes Bedenken an und räumte ein, dass die Thematik komplex sei. Sie versprach, die Argumente der Apotheker an die Entscheidungsträger in Berlin weiterzugeben. Die Diskussionen im März 2026 offenbarten tiefe Gräben: Apotheken positionieren sich als unverzichtbare erste Anlaufstellen im Gesundheitssystem und verweisen darauf, dass ihre Arbeit gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindere und die Belastung von Krankenhäusern sowie Hausarztpraxen verringere.

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Gäbe forderte ein System, das Apotheken finanziell stabil hält und Apothekern gleichzeitig mehr Verantwortung überträgt. Ohne diese Balance, warnte er, könnten die Reformen nach hinten losgehen – zum Nachteil von Personal und Patienten gleichermaßen.

Die Apothekenreform bleibt umstritten, während sie nun die parlamentarischen Anhörungen durchläuft. Die Abgeordneten stehen vor der Herausforderung, widerstreitende Forderungen in Einklang zu bringen: die Rolle der Apotheker zu stärken, eine faire Finanzierung zu gewährleisten und gleichzeitig die Patientensicherheit zu wahren. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie Apotheken in den kommenden Jahren im deutschen Gesundheitssystem agieren.

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