BaFin tauscht gesamte Berenberg-Führung nach Governance-Vorwürfen aus
Sebastian HoffmannBaFin tauscht gesamte Berenberg-Führung nach Governance-Vorwürfen aus
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat die gesamte dreiköpfige Geschäftsführung der Berenberg Bank ausgetauscht. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Bedenken wegen möglicher Verstöße gegen die Unternehmensführung, die im Zusammenhang mit undurchsichtigen Markttransaktionen stehen. Das Geschäftsmodell der Bank bleibt jedoch unverändert und entwickelt sich weiterhin positiv.
Die BaFin berief Dr. Hans-Walter Peters und Michael Horf als Sonderbeauftragte zur Führung der Bank. Peters übernimmt die Verantwortung für den Bereich Märkte und Kundenservice, während Horf die Leitung der Post-Trade-Services übernimmt. Laut Peters waren von den mutmaßlichen Verstößen keine Kundengeschäfte betroffen, und es gab keine Auswirkungen auf die Kunden.
Zum Führungsteam der Bank gehören Laura Janssens als Leiterin des Investmentbankings sowie Frederik Gottlob als Leiter der Bereiche Corporate, Wealth und Asset Management. Trotz der personellen Veränderungen rechnet die Berenberg Bank für das Jahr 2025 mit einem positiven Jahresergebnis von rund 20 Millionen Euro. Die Prognosen für das erste Halbjahr 2026 deuten auf eine noch stärkere Performance hin, mit einem geschätzten Ergebnis von 40 Millionen Euro.
Der Austausch der Geschäftsführer hat keine Auswirkungen auf das operative Tagesgeschäft, die Unternehmensstrategie oder die Personalstärke der Bank. Michael Horf hatte zuvor betont, dass sich das langjährige Geschäftsmodell der Bank stets als wirksam erwiesen habe.
Die neue Führung wird sich auf die Behebung der Governance-Probleme konzentrieren, ohne die Stabilität des Instituts zu gefährden. Die finanzielle Perspektive der Berenberg Bank bleibt solide, und es gibt keine Störungen im Tagesgeschäft oder bei den Mitarbeitern. Die Regulierungsmaßnahmen zielen auf die interne Compliance ab und nicht auf kundenbezogene Aktivitäten.






