Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU setzt auf Sparen statt auf Steuern und Personal
Sebastian HoffmannBergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU setzt auf Sparen statt auf Steuern und Personal
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach erreichen kritische Phase
In Bergisch Gladbach sind die Haushaltsgespräche in eine entscheidende Phase getreten: CDU, SPD und Grüne ringen in intensiven Verhandlungen um einen Kompromiss. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Metten bezeichnete den Prozess als eine der "anspruchsvollsten Phasen für die Kommunalpolitik". Bei einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs skizzierte er die Prioritäten seiner Partei und äußerte Bedenken hinsichtlich der Ausgabenpolitik.
Die CDU drängt auf strengere Kontrollen bei den Personalkosten, darunter eine Begrenzung von Neueinstellungen sowie mögliche Kürzungen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Metten argumentierte, die Digitalisierung biete Chancen zur Effizienzsteigerung und ermögliche es der Stadt, bestimmte Stellen umzustrukturieren oder abzubauen. Zugleich hinterfragte er den Bedarf an zusätzlichem Personal in der Bauaufsicht und in den Ordnungsdiensten – obwohl die Stadt bei Schulen und Straßeninstandhaltung bereits im Rückstand ist.
In der Steuerpolitik lehnt die CDU den vom Bürgermeister vorgeschlagenen Anstieg der Grundsteuer um 100 Punkte ab. Stattdessen würde sie einer moderaten Erhöhung um 25 Punkte zustimmen, um Einnahmeausfälle auszugleichen. Metten betonte, dass selbst eine Einigung im Haushalt keine breitere politische Zusammenarbeit der Parteien bedeuten werde.
Die Stadt steht unter massivem finanziellen Druck, insbesondere in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und dem Entwicklungsgebiet Zanders. Metten räumte ein, das Verhältnis zu Bürgermeister Marcel Kreutz sei zwar kollegial, aber mitunter angespannt – Meinungsverschiedenheiten würden offen diskutiert. Die CDU beharrt darauf, dass ihre Haushaltspolitik ein klares Wählermandat widerspiegle und dem Gebot der Haushaltsdisziplin folge.
Die Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach bleiben umstritten: Die CDU hält an Ausgabenobergrenzen und Steuerzurückhaltung fest. Eine mögliche Einigung würde sich ausschließlich auf finanzielle Rahmenbedingungen beschränken – nicht auf langfristige politische Bündnisse. Das Ergebnis wird die Mittelvergabe für Schulen, Straßen und zentrale Entwicklungsprojekte im kommenden Jahr prägen.






