Grüne werfen Regierung Blockade beim Ausbau des Hannoveraner Hauptbahnhofs vor
Amelie HoffmannGrüne werfen Regierung Blockade beim Ausbau des Hannoveraner Hauptbahnhofs vor
Eine Verkehrsexpertin der Grünen wirft der Bundesregierung vor, die Pläne zum Ausbau des Hannoveraner Hauptbahnhofs zu blockieren. Die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen betonte, dass zwei zusätzliche Gleise und ein neuer Bahnsteig weiterhin unfinanziert seien. Sie bezeichnete die Situation als Skandal und warnte vor einer weiteren Verschärfung der Überlastung an dem stark frequentierten Knotenpunkt.
Der Hauptbahnhof Hannover verzeichnet täglich über 260.000 Reisende und etwa 750 Zugfahrten. Die aktuelle Kapazität stellt einen Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland dar. Dirk Flege von der Allianz pro Schiene wies darauf hin, dass Pendler und Reisende bereits jetzt mit Verspätungen aufgrund des überlasteten Systems kämpften – besonders auf Strecken wie Hamburg–Hannover.
Das Bündnis Pro-Bahn kritisierte die ausbleibenden Investitionen in die Schieneninfrastruktur als unlogisch. Das Bundesverkehrsministerium hingegen betont, in den Haushaltsverhandlungen um zusätzliche Mittel für Neu- und Ausbauprojekte zu ringen. Gleichzeitig unterstrich das Ministerium sein Engagement für die Instandhaltung und Modernisierung bestehender Strecken sowie den Bau neuer Trassen.
Aus dem Büro Michaelsens hieß es, dass Bundesprojekte im Schienenverkehr in Etappen finanziert würden. In den jüngsten Verhandlungen sei jedoch kein einziges Vorhaben in die nächste Planungsphase übergegangen. Die Grünen warnen, dass diese Untätigkeit zu Verzögerungen oder sogar zur Streichung dringend notwendiger Projekte führen könnte.
Ohne weitere Finanzmittel bleibt der Ausbau des Hannoveraner Hauptbahnhofs vorerst auf Eis. Die fehlenden Gleise und der neue Bahnsteig wären jedoch dringend nötig, um die Belastung an dem hochausgelasteten Bahnhof zu verringern. Während die Verhandlungen weitergehen, schwelt der Streit um die Investitionen in die Schieneninfrastruktur weiter.






