IG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen
Sebastian HoffmannIG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Das Vorhaben soll Arbeitnehmern den nahtlosen Übergang zwischen Arbeitsplätzen ermöglichen – ohne Arbeitslosigkeit. Die Gewerkschaftsführung argumentiert, dass ein solches System den Verlust wertvoller Fachkenntnisse verhindern und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken würde.
Das Netzwerk würde auf bestehenden Instrumenten wie Arbeitsagenturen und Weiterbildungsprogrammen aufbauen, statt neue Strukturen zu schaffen. Wie Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, betont, sollte ein moderner Industriestandort Übergänge organisieren – und nicht den Abfluss von Know-how verwalten. Er unterstrich, dass Unternehmen zunächst versuchen müssten, Beschäftigte intern zu halten, bevor externe Jobwechsel in Betracht gezogen würden.
Damit das Netzwerk funktioniert, müssten alle relevanten Akteure gleichberechtigt mitwirken: Arbeitgeber, Gewerkschaften, die Landesregierung, Kammern sowie Bildungsträger. Ziel ist es, Arbeitnehmer aus schrumpfenden Branchen mit wachsenden, fachkräfthungrigen Sektoren zusammenzubringen – noch bevor Arbeitslosigkeit entsteht.
Einige Regionen verfügen bereits über erste Arbeitsmarktinitiativen, doch die IG Metall fordert deren Ausbau zu einem dauerhaften, flächendeckenden System. In Niedersachsen wird ein ähnliches "Job-to-Job"-Netzwerk seit Februar 2026 gefördert, ergänzt durch ein Digitalisierungs-Pilotprojekt, das im Juni 2024 an den Start ging. Andere Bundesländer wie Hessen und Bayern verfügen über rechtliche Rahmenbedingungen für digitale Dienstleistungen, die indirekt Berufsübergänge erleichtern.
Die IG Metall plant Gespräche mit allen Beteiligten, um die Voraussetzungen für ein sozial verantwortliches Netzwerk zu klären. Die Gewerkschaft ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Industrie in Sachsen-Anhalt widerstandsfähiger macht, indem Fachwissen in der Belegschaft gehalten wird.
Das geplante Netzwerk würde es Beschäftigten ermöglichen, ohne Einkommensverluste oder Qualifikationslücken den Job zu wechseln. Bei Umsetzung könnte es Arbeitslosigkeitsphasen verkürzen und erfahrene Fachkräfte in der Region binden. Der nächste Schritt sind Verhandlungen, um eine faire Beteiligung aller Akteure am System zu sichern.






