Kfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs: Warum die Ausbildung zum Mechatroniker reformiert werden muss
Amelie HoffmannKfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs: Warum die Ausbildung zum Mechatroniker reformiert werden muss
Deutschlands Kfz-Handwerk bleibt Spitzenreiter in der beruflichen Ausbildung – doch die Branche steht vor wachsenden Herausforderungen. Trotz seiner führenden Rolle als größter Anbieter dualer Berufsausbildung in Deutschland klagen viele Betriebe über zu wenige Bewerber für die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker – oder über Kandidaten, die nicht über die nötigen Vorkenntnisse verfügen. Mit aktuell 73.500 Auszubildenden drängt der Sektor auf Reformen, um den Fachkräftenachwuchs langfristig zu sichern.
Im Jahr 2024 begannen rund 24.000 neue Auszubildende ihre Lehre in der Kraftfahrzeugmechatronik. Zwar lassen sich aufgrund lückenhafter Daten keine klaren Trends der vergangenen fünf Jahre ablesen, doch die Werkstätten verweisen auf anhaltende Probleme: Besonders Abbruchquoten bereiten Sorgen, oft bedingt durch Fehlzeiten, Unzuverlässigkeit oder Konflikte im Team.
Betriebe fordern besser vorbereitete Bewerber, vor allem in Bereichen wie Hochvoltsysteme, Software und Digitalisierung. Künftige Auszubildende sollten zudem stärkeres Interesse an alternativen Antrieben und Kundenkommunikation mitbringen. Viele Werkstätten betonen, dass das duale Ausbildungssystem unverzichtbar für die Fachkräftesicherung bleibt – die Lehre selbst müsse sich jedoch weiterentwickeln.
Um die Lücken zu schließen, planen Branchenverbände, die Unterstützung für Ausbilder auszubauen. Dazu gehören Weiterbildungsangebote, aktualisierte digitale Lehrmaterialien und Vernetzungsplattformen. Gezielte Nachwuchskampagnen sollen zudem jüngere Talente anziehen. Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der Ausbildung, um mit dem rasanten technologischen Wandel in der Branche Schritt zu halten.
Nach wie vor gilt das Kfz-Handwerk als idealer Beruf für Innovationsbegeisterte. Hier verbinden sich traditionelles Handwerk mit Spitzentechnologie – von klassischen Motorreparaturen bis zu modernen Fahrerassistenzsystemen. Doch der Druck zur Verbesserung wächst: Werkstätten verlangen stärkere Kompetenzen in Elektronik, Diagnostik und Software. Mit 73.500 Auszubildenden hängt der nächste Schritt von einer besseren Qualifizierung der Ausbilder und klareren Karrierewegen für Nachwuchskräfte ab. Ziel ist es, Abbruchquoten zu senken und langfristig genug qualifizierte Mechatroniker für die Zukunft der deutschen Automobilbranche zu sichern.






