RAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft um ihr Überleben gegen Bebauungspläne
Emil NeumannRAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft um ihr Überleben gegen Bebauungspläne
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel
Das einstige Reichsbahn-Ausbesserungswerk hat sich zu einem kulturellen Hotspot mit Clubs, Bars und Ateliers entwickelt. Doch ein langjähriger Streit über die Bebauung gefährdet nun den einzigartigen Charakter des Areals.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Kurth-Gruppe, der Berliner Senat und der Bezirk. Uneinig ist man sich darüber, wie viele neue Wohnungen entstehen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben sollen. Die Kurth-Gruppe pocht auf mehr Wohnungsbau und wirft der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben.
Im Januar beantragte das Unternehmen ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren. Senat und Bezirk lehnten ab – mit der Begründung, die Pläne bedrohten die kulturelle Szene des Geländes. Sie werfen der Kurth-Gruppe vor, Clubs wie das Cassiopeia unter Druck zu setzen, das bereits ab nächster Woche mit einer Räumung rechnen muss.
Erst kürzlich demonstrierten Dutzende Menschen auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Die Proteste spiegeln die Angst wider, dass die vielfältigen Veranstaltungsorte des Geländes verschwinden könnten. Der Streit schwelt bereits seit über zehn Jahren – eine Lösung ist nicht in Sicht.
Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, wurden bereits aufgefordert, Teile der Räumlichkeiten zu verlassen. Kern des Konflikts bleibt die Frage, wie neuer Wohnraum und der Erhalt des historischen und kulturellen Erbes des RAW-Geländes in Einklang zu bringen sind. Ohne Einigung bleibt die Zukunft des Areals ungewiss.
