Karlsruher Gericht hebt Anklage gegen Fanprojekt-Sozialarbeiter auf, fordert breitere Schutzvorschriften

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Eine Frau in einem grünen T-Shirt steht auf einer Demonstration und hält ein weißes Schild, während viele andere Menschen hinter ihr stehen.Admin User

Karlsruher Gericht hebt Anklage gegen Fanprojekt-Sozialarbeiter auf, fordert breitere Schutzvorschriften

Die Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe, die Anklage gegen drei Sozialarbeiter:innen des Fanprojekt Karlsruhe fallenzulassen, hat sowohl Hoffnung als auch Besorgnis ausgelöst. Zwar ist das Urteil ein positives Signal, doch die grundsätzlichen Probleme bestehen fort – Fans und Expert:innen fordern bessere Schutzmechanismen für Sozialarbeiter:innen in Fanprojekten. Die drei Beschuldigten waren zunächst verurteilt worden, weil sie sich weigerten, in Ermittlungen zu Pyrotechnik-Vorfällen beim Karlsruher SC auszusagen. Ihre Verweigerung begründeten sie mit dem bedingungslosen Vertrauensverhältnis zu ihren Klient:innen, vor allem jungen Fußballfans. Der Freispruch gibt zwar Anlass zu vorsichtigem Optimismus, doch die zentrale Frage nach dem Schutz vertraulicher Beziehungen bleibt ungelöst. Auch das Fanprojekt Mainz e.V., eine wichtige Anlaufstelle für junge Anhänger:innen von Mainz 05, teilt diese Bedenken. Bundesweit zeigen sich Fans solidarisch mit den Karlsruher Mitarbeiter:innen und fordern bessere Schutzregelungen sowie eine Reform des Zeugnisverweigerungsrechts im sozialen Bereich. Sozioedukative Fanprojekte, die nachweislich erfolgreich arbeiten und klare Qualitätsstandards erfüllen, verdienen spezifische rechtliche Absicherungen für vertrauliche Informationen und ein uneingeschränktes Aussageverweigerungsrecht. Trotz der Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) an die Bundesregierung, hier gesetzlich aktiv zu werden, wurden entsprechende Vorstöße von Parteien wie Die Linke und den Grünen bisher abgelehnt. Das aktuelle rechtliche Rahmenwerk bietet diese essenziellen Schutzmechanismen nicht – Sozialarbeiter:innen in Fanprojekten bleiben damit rechtlich verwundbar. Der Freispruch in Karlsruhe ist ein kleines Hoffnungssignal, doch die übergeordnete Frage nach dem Schutz von Sozialarbeiter:innen in Fanprojekten bleibt bestehen. Fans und Fachleute fordern gezielte rechtliche Absicherungen und eine Reform des Zeugnisverweigerungsrechts. Vielleicht kann das Karlsruher Urteil als Weckruf an die Politik dienen, endlich zu handeln und die Arbeitsbedingungen dieser unverzichtbaren Fachkräfte zu verbessern.

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